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Unser demographisches Problem liegt nicht die zu hohe Zahl alter Menschen, sondern in der zu geringen Zahl junger Menschen.

 

Dieses Problem wird nun seit fünf Jahrzehnten versucht, durch Anwerbung von möglichst jungen Ausländern zur Einwanderung nach Deutschland zu lösen. Das verschiebt das eigentlich Problem nur ein paar Jahre weiter in die Zukunft, wodurch es natürlich nicht gelöst, sondern verstärkt wird.  Denn die in Deutschland bleibenden Ausländer bringen und brachten zwar oft durch Familiennachzug Kinder mit, doch nach ihrer erfolgreichen Integration36 zeigen sich dieselben Tendenzen, wie oben unter a,b,d,e und f beschrieben.

 

Den durch mangelnde Geburten entstandenen Bevölkerungsverlust durch Zuwanderung aus dem Ausland zu lösen, schafft neue Problem in den Herkunftsländern. Dies ist auch der Fall, wenn dort der Fortgang ganzer Bevölkerungsgruppen erst einmal als die Lösung eines ethnischen Konfliktes erscheint, so zum Beispiel bei der Aufnahme der in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bedrängten Deutschen Anfang der 90er Jahre. Dies zeigen Programme zur Förderung der Rückwanderung der Deutschen in diese Staaten durch die dortigen Regierungen (Russland7, Kasachstan).

 

Da Deutschland vor allem junge und gut ausgebildete Fachkräfte als Ersatz für fehlende einheimische Fachkräfte sucht und anwirbt, fehlen den entsprechenden Ländern diese Menschen für die eigene Entwicklung und Versorgung der Bevölkerung. Braindrain8 – „Gehirn – Diebstahl“ bezeichnet man dies seit langem und hat es vor allem den USA vorgeworfen.

 

Wir Deutschen fühlen uns als eines der reichsten Länder als Wohltäter der armen Länder und ihrer Menschen und sind gewohnt, selbst Fachleute in jene Länder als Entwicklungshelfer zu senden. Dass sich die Wanderung der Fachkräfte inzwischen umgekehrt hat bzw. umkehren soll, ist nicht im allgemeinen Bewusstsein.

 

Falls Menschen sich darauf wirklich einlassen zu kommen, entstehen durch die massenweise Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland, neue Probleme in Deutschland:

 

a) Die zur Einwanderung nach Deutschland bereiten Deutschen sind inzwischen in ihrer übergroßen Zahl im Zeitraum von ca. 1984 – 2005 hier angekommen, also innerhalb von 20 Jahren. In den übrigen Ländern, in denen Deutsche in größerer Zahl leben (USA, Kanada, Australien, Schweiz, Schweden...) motivieren keine Krisen zur Auswanderung. So ist nicht mit einer weiteren Rückkehr von Deutschen aus dem Ausland zu rechnen. Damit wird die künftige Integration von Zuwanderern noch schwieriger als die der letzten 20 – 30 Jahre werden.

 

b) Bevor es in einer nennenswerten Zahl von Menschen zur Auswanderung in ein anderes Land kommt, muss es eine gewisse Zahl von Landsleuten geben, die sich dort schon eingelebt haben und die Möglichkeit der Ansiedlung und der Existenz dieser Volksgruppe vorgelebt haben. Zwar spielt die Nähe des Einwanderungslandes zum Heimatland immer noch eine Rolle, da man sich besser informieren und die Wanderung vorbereiten bzw. wieder rückwandern kann. Doch haben sich in der modernen Welt dank der weltweiten billigen Kommunikationsmöglichkeiten weitere Wanderungsbewegungen herausgebildet, die von den Empfängerländern ursprünglich so nicht beabsichtigt waren.

 

Zum Beispiel führt in den ehemaligen sozialistischen Ländern die Ausbildung von Fachkräften für Entwicklungsländer in Zeiten des Sozialismus heute zu einer Wanderung genau aus jenen Ländern hierher. Gute Deutsch- und Lokalkenntnisse sowie Familiennachzug führen zu der Bildung von größeren Volksgruppen, deren Integrationswillen im Vergleich zur Ursprungsgruppe der Fachkräfte stark nachgelassen hat. Durch die Ausbildung von Parallelgesellschaften37 sind für das tägliche Leben Deutschkenntnisse sowie die Kenntnis deutscher Gesetze und Gebräche nicht mehr unbedingt nötig. Im Notfall hilft ein Deutschkundigeraus der eigenen Volksgruppe  zurecht zu kommen. 

 

Die einheimische deutsche Bevölkerung, die der ersten Generation der Fremden sehr freundschaftlich, helfend und offen gegenüber war, kann sich aufgrund dieser Entwicklung betrogen fühlen. Statt den Menschen in den Entwicklungsländern zu helfen, leben diese nun unter uns so, wie sie in ihren eigenen Ländern leben, weithin ohne unsere Kultur und unser Rechtssystem zu übernehmen.
Konfliktlos bleibt dies nur so lange, wie es von der einheimischen Bevölkerung toleriert wird

 

und die Kinder der Eingewanderten noch nicht alt genug sind, selber diese Dissonanz ihrer Eltern zu benennen. Dieser letztere Konflikt wird allerdings innerhalb der eigenen Volksgruppe ausgetragen, ist aber über das Internet38 auch anderen zugänglich.

 

c) Da die Wanderungsbewegungen staatlicherseits weithin so nicht beabsichtigt waren, wie sie sich vollziehen, und die regierenden Parteien die Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung benötigen, laviert die Politik im Blick auf die von ihr als notwendig erachtete Einwanderung hin und her und verunsichert so Einwanderungswillige wie Einheimische.

 

- Die Anwerbung der Deutschen in der zerfallenden Sowjetunion in den 90er Jahren mittels von Glanzbroschüren und Integrationshilfen wurde sehr bald wieder zurückgefahren, als die Menschen wirklich in großer Zahl kommen wollten. Dazu kam, dass sie als zumeist russischsprechende und mit russischen Angehörigen versehene Volksgruppe auf die durch die Wiedervereinigung Deutschlands und die dadurch ausgelösten Wanderungen besonders im Osten Deutschlands verunsicherte Bevölkerung trafen. Das löste dann angesichts des Gefühls von Überfremdung lokalen Unwillen aus. Durch das neue Ausländerrecht ab 20059, irreführend auch als "Zuwanderungsgesetz"10 bezeichnet, kam es aufgrund des eingeführten Sprachtests zu einer drastischen Reduzierung der Zuwanderung aus diesen Ländern.