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Zur  gegenwärtigen spannungsgeladenen Situation in Deutschland

 

von Dr. sc. theol. Katharina Dang,

aus Erfahrungen von fast 40 Jahren gemeinsamen Lebens mit Vietnamesen, Indern und Tschechen in der DDR und im geeinten Deutschland,
mit langjährigen Freundschaften zu Menschen aus weiteren 14 Ländern,

längerfristige Kontakten durch die Gemeindearbeit zu Leuten aus weiteren 11 Ländern,

Erfahrungen durch die Begleitung von Menschen aus 5 Nationalitäten, denen die Evangelischen Gemeinde Marzahn/Nord im Rahmen von Asyl in der Kirche eine Unterkunft im Zeitraum von 1992 bis 1997 bot,

und als Mutter von drei Kindern, die in einer binationalen Ehe aufwachsen.

 

Um folgende Länder handelt es sich dabei: ehemalige Sowjetunion, heutiges Russland, Kasachstan, Moldawien, Ukraine, Iran, Mosambique, Algerien, Tunesien, Bangladesh, Indien, Pakistan, Tansania, Südafrika, Vietnam, Schweden, USA, Niederlande, Schweiz, USA, Portugal, Frankreich, Mexiko, Bulgarien, Rumänien, Polen, Japan, Kongo, Zwaziland, China, Mongolai, Afganisthan.

 

Darunter sind Muslime, Hindus, Christen, Juden, Konfuzianisten, Buddhisten und Atheisten.

 

Bevor die gegenwärtig von den Medien und Politikern verbreiteten Zahlen von in Deutschland Zuflucht suchenden Flüchtlingen genannt werden, sollten die Fakten über die Wanderungen von Menschen nach, in und aus Deutschland1 zur Kenntnis genommen werden.

 


 

 

1. Fakt: Das Gebiet unserer heutigen Bundesrepublik Deutschland ist seit dem 2. Weltkrieg ein Einwanderungsland, nicht erst heute.  Dazu  habe ich in Zusammenhang mit der Kirchenmitgliedschaft  schon an anderer Stelle hier auf dieser Webseite die Zahlen zusammengestellt. Für die Zeit von 1991 bis 2014 sehen sie laut Statistischem Bundesamt2 so aus:

 

 

  Zuzüge Wegzüge Saldo
2014 1.464.724 914.241 550.483
2013 1.226.493 797.886 428.607
2012 1.080.936 711.991 368.945
2011 958.299 678.969 279.330
2010 798.282 670.605 127.677
2009 721.014 733.796 -12.782
2008 682.146 737.889 -55.743
2007 680.766 636.854 43.912
2006 661.855 639.064 22.791
2005 707.352 628.399 78.953
2004 780.175 697.632 82.543
2003 768.975 626.330 142.645
2002 842.543 623.255 219.288
2001 879.217 606.494 272.723
2000 841.158 674.038 167.120
1999 874.023 672.048 201.975
1998 802.456 755.358 47.098
1997 840.633 746.969 93.664
1996 959.691 677.494 282.197
1995 1.096.048 698.113 397.935
1994 1.082.553 767.555 314.998
1993 1.277.408 815.312 462.096
1992 1.502.198 720.127 782.071
1991 1.198.978 596.455 602.523

Summe:

22.727.923 16.826.874 5.901.049
 

Zuzüge 1991-2014

Wegzüge 1991-2014 Wanderungs
-saldo

 

 

 

 

Quelle der Zahlen: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Wanderungen/Tabellen/WanderungenAlle.html

Anders sieht dieses Ergebnis aus, wenn man sich die Zahlen über die Zu- und Wegzüge von Deutschen ansieht.

2. Fakt: Aus der Bundesrepublik Deutschland sind zumindest seit 1991 jedes Jahr mehr Deutsche ins Ausland ausgewandert, als wieder nach einem Studium bzw. beruflichen Aufenthalt wieder zurückkamen.

 

Jahr Zuzüge insgesamt von Deutschen Wegzüge von Deutschen Wanderungs-
saldo von Deutschen
Zuzug von Aussiedlern Saldo
2014 122.195 148.636 -26.441 5.649 -32.090
2013 118.425 140.282 -21.857 2.427 -24.284
2012 115.028 133.232 -18.204 1.817 -20.021
2011 116.604 140.132 -23.528 2.148 -25.676
2010 114.752 141.000 -26.248 2.350 -28.598
2009 114.700 154.988 -40.288 2.958 -43.246
2008 108.331 174.759 -66.428 3.950 -70.378
2007 106.014 161.105 -55.091 5.477 -60.568
2006 103.388 155.290 -51.902 7.113 -59.015
2005 128.051 144.815 -16.764 30.779 -47.543
2004 177.993 150.667 27.326 49.815 -22.489
2003 167.216 127.267 39.949 61.725 -21.776
2002 184.202 117.683 66.519 78.576 -12.057
2001 193.958 109.507 84.451 86.637 -2.186
2000 191.909 111.244 80.665 85.698 -5.033
1999 200.150 116.410 83.740 95.543 -11.803
1998 196.956 116.403 80.553 97.331 -16.778
1997 225.335 109.903 115.432 128.415 -12.983
1996 251.737 118.430 133.307 172.182 -38.875
1995 303.347 130.672 172.675 211.601 -38.926
1994 305.037 138.280 166.757 218.617 -51.860
1993 287.561 104.653 182.908 217.531 -34.623
1992 290.850 105.171 185.679 230.565 -44.886
1991 273.633 98.915 174.718 221.995 -47.277
Summe: 4.397.372 3.149.444 1.247.928 2.020.899 -772.971

 

Deutschland hat also von 1991 bis 2014  772.971 deutsche Einwohner verloren. Im Ausland ging es ihnen vermutlich besser als hier.

Mehr als 2 Millionen Deutsche, vorwiegend aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion kamen in dieser Zeit nach Deutschland. Dadurch sieht das Wanderungssaldo der Deutschen auf den ersten Blick positiv aus. 

Am attraktivsten war Deutschland für seine Bewohner und Zuwanderer offensichtlich um die Jahrtausendwende.

Deutlich zu sehen sind in beiden Tabellen die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008.

Quelle der Zahlen: 

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Wanderungen/Tabellen/WanderungenDeutsche.html,

Die Zahlen der Aussiedler für die Jahre 2013 und 2014 sind Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Zenrtraler Migrationsbericht 2013, S. 100  (http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Migrationsberichte/migrationsbericht-2013.pdf?__blob=publicationFile- Zugriff am 22.01.2016) und   2014, S. 8: http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Migrationsberichte/migrationsbericht-2014-zentrale-ergebnisse.pdf?__blob=publicationFile, - Zugriff am 22.01.2016

 

3. Fakt Die Zahl der in Deutschland ansässigen Ausländer, die nach einiger Zeit Deutschland wieder verlassen, ist wesentlich höher als die Zahl derer, die in Deutschland bleiben.

 

22.727.923  Menschen zogen von 1991 bis 2014 nach Deutschland.

Davon kamen 2.020.899 als aus der ehemaligen SU zurückwandernde Deutsche und  2.376.473 als vermutlich in den letzten Jahrzehnten oder Jahren ausgewanderte Deutsche zurück.

D.h. es kamen 18.330.551 Ausländer in diesen Jahren nach Deutschland.

 

Von diesem Wanderungsplus zogen 16.826.874 Menschen wieder weg, so dass ein tatsächliches Wanderungsplus von 1.503.677 verblieb, - zuzüglich des Ausgleichs der 772.971 mehr ausgewanderten Deutschen sowie des Zuzugs der Deutschen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken in den Jahren von 1991 - 2014. Das ist für ein Land mit mehr als 80 Mill. Einwohner keine Überfremdung mit Ausländern. Eher könnte das Ausland über eine Überfremdung mit Deutschen klagen.

 

Die mehr als 6 Mill. Ausländer, die das Statistische Bundesamt zählt, sind also zum größten Teil schon länger in Deutschland und der Anteil von Ausländern an der deutschen Bevölkerung besteht schon seit den Jahren vor 1991 und ist seitdem nur geringfügig um die o.g. Zahlen gestiegen.

 

Für den einzelnen deutschen Bürger sieht es aber im Alltag anders aus, da er immer wieder neuen ausländischen Menschen begegnet und nicht berücksichtigt, dass diese nach einiger Zeit wieder zurück- oder weiterwandern.

 

(Ausführliche Daten s. in einer Broschüre der Politischen Bildung "Integrationskompass"3).

 

4. Fakt:  Zahlenmäßig starke Wanderungsbewegungen fanden und finden auch innerhalb Deutschlands durch die einheimische Bevölkerung statt, vor allem von Ost nach West.  Auch hier sind Spannungen wegen des Gefühls der Überfremdung spürbar.

 

5. Fakt: Die Zahl der Geburten in Deutschland reicht seit ca. 50 Jahren nicht aus, um die Bevölkerungszahl von ca. 80 Mill. Einwohnern stabil zu halten, was zu unserem demographischen Problem geführt hat und es weiterhin anwachsen lässt, der (scheinbaren) Überalterung unserer Bevölkerung, die in Wirklichkeit eine "Unterjüngerung" ist.

 

Folgende Gründe lassen sich auf den ersten Blick dafür anhand der deutschen Bevölkerungspyramide4 erkennen:

 

a) - ab 1965 die Auswirkungen der Pille und der Zulassung von Abtreibungen

 

b) - die Auswirkungen von gesellschaftlichen Verunsicherungsphasen wie der von 1989/90

 

Bei genauerem Hinterfragen zeigt sich noch folgendes:

 

c)- die Auswirkungen des 1. und 2. Weltkrieges auf die Bevölkerung:

  • die fehlenden Männer, was zu einem „Frauenüberschuss“ bis heute führt, in
    Wirklichkeit aber ein „Männerabschuss“ ist,

  • die am Kriegsende fehlenden Neugeborenen bzw. sehr bald darauf gestorbenen Neugeborenen – damit fehlte ein Großteil der nächsten Elterngeneration ca. 20 Jahre später

d).- die Auswirkungen der inzwischen mindestens um 10 Jahre verschobenen Erstgeburt bei den Frauen:

  • Es fehlen die Spätgeborenen früherer Generationen in den Familien.

e) - Die Zahl der kinderlosen Frauen hat sehr zugenommen.5

 

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/Bevoelkerungsbewegung/BroschuereGeburtenDeutschland0120007129004.pdf?__blob=publicationFile

 

f) - Die Zahl der unfruchtbaren Männer hat sich aufgrund der Verseuchung unserer Umwelt, Nahrung, Kleidung und von Gebrauchsgegenständen mit hormonähnlich wirkenden Chemikalien enorm erhöht. ( (Dazu mehr: Vortrag von Prof. W. Kloas6)

 

Damit ist die Geburtenrate in Deutschland34  im Jahr 2014 auf Platz 219 von allen Ländern35 und damit eine der niedrigsten von allen Staaten.

 


 

 

Unser demographisches Problem liegt nicht die zu hohe Zahl alter Menschen, sondern in der zu geringen Zahl junger Menschen.

 

Dieses Problem wird nun seit fünf Jahrzehnten versucht, durch Anwerbung von möglichst jungen Ausländern zur Einwanderung nach Deutschland zu lösen. Das verschiebt das eigentlich Problem nur ein paar Jahre weiter in die Zukunft, wodurch es natürlich nicht gelöst, sondern verstärkt wird.  Denn die in Deutschland bleibenden Ausländer bringen und brachten zwar oft durch Familiennachzug Kinder mit, doch nach ihrer erfolgreichen Integration36 zeigen sich dieselben Tendenzen, wie oben unter a,b,d,e und f beschrieben.

 

Den durch mangelnde Geburten entstandenen Bevölkerungsverlust durch Zuwanderung aus dem Ausland zu lösen, schafft neue Problem in den Herkunftsländern. Dies ist auch der Fall, wenn dort der Fortgang ganzer Bevölkerungsgruppen erst einmal als die Lösung eines ethnischen Konfliktes erscheint, so zum Beispiel bei der Aufnahme der in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bedrängten Deutschen Anfang der 90er Jahre. Dies zeigen Programme zur Förderung der Rückwanderung der Deutschen in diese Staaten durch die dortigen Regierungen (Russland7, Kasachstan).

 

Da Deutschland vor allem junge und gut ausgebildete Fachkräfte als Ersatz für fehlende einheimische Fachkräfte sucht und anwirbt, fehlen den entsprechenden Ländern diese Menschen für die eigene Entwicklung und Versorgung der Bevölkerung. Braindrain8 – „Gehirn – Diebstahl“ bezeichnet man dies seit langem und hat es vor allem den USA vorgeworfen.

 

Wir Deutschen fühlen uns als eines der reichsten Länder als Wohltäter der armen Länder und ihrer Menschen und sind gewohnt, selbst Fachleute in jene Länder als Entwicklungshelfer zu senden. Dass sich die Wanderung der Fachkräfte inzwischen umgekehrt hat bzw. umkehren soll, ist nicht im allgemeinen Bewusstsein.

 

Falls Menschen sich darauf wirklich einlassen zu kommen, entstehen durch die massenweise Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland, neue Probleme in Deutschland:

 

a) Die zur Einwanderung nach Deutschland bereiten Deutschen sind inzwischen in ihrer übergroßen Zahl im Zeitraum von ca. 1984 – 2005 hier angekommen, also innerhalb von 20 Jahren. In den übrigen Ländern, in denen Deutsche in größerer Zahl leben (USA, Kanada, Australien, Schweiz, Schweden...) motivieren keine Krisen zur Auswanderung. So ist nicht mit einer weiteren Rückkehr von Deutschen aus dem Ausland zu rechnen. Damit wird die künftige Integration von Zuwanderern noch schwieriger als die der letzten 20 – 30 Jahre werden.

 

b) Bevor es in einer nennenswerten Zahl von Menschen zur Auswanderung in ein anderes Land kommt, muss es eine gewisse Zahl von Landsleuten geben, die sich dort schon eingelebt haben und die Möglichkeit der Ansiedlung und der Existenz dieser Volksgruppe vorgelebt haben. Zwar spielt die Nähe des Einwanderungslandes zum Heimatland immer noch eine Rolle, da man sich besser informieren und die Wanderung vorbereiten bzw. wieder rückwandern kann. Doch haben sich in der modernen Welt dank der weltweiten billigen Kommunikationsmöglichkeiten weitere Wanderungsbewegungen herausgebildet, die von den Empfängerländern ursprünglich so nicht beabsichtigt waren.

 

Zum Beispiel führt in den ehemaligen sozialistischen Ländern die Ausbildung von Fachkräften für Entwicklungsländer in Zeiten des Sozialismus heute zu einer Wanderung genau aus jenen Ländern hierher. Gute Deutsch- und Lokalkenntnisse sowie Familiennachzug führen zu der Bildung von größeren Volksgruppen, deren Integrationswillen im Vergleich zur Ursprungsgruppe der Fachkräfte stark nachgelassen hat. Durch die Ausbildung von Parallelgesellschaften37 sind für das tägliche Leben Deutschkenntnisse sowie die Kenntnis deutscher Gesetze und Gebräche nicht mehr unbedingt nötig. Im Notfall hilft ein Deutschkundigeraus der eigenen Volksgruppe  zurecht zu kommen. 

 

Die einheimische deutsche Bevölkerung, die der ersten Generation der Fremden sehr freundschaftlich, helfend und offen gegenüber war, kann sich aufgrund dieser Entwicklung betrogen fühlen. Statt den Menschen in den Entwicklungsländern zu helfen, leben diese nun unter uns so, wie sie in ihren eigenen Ländern leben, weithin ohne unsere Kultur und unser Rechtssystem zu übernehmen.
Konfliktlos bleibt dies nur so lange, wie es von der einheimischen Bevölkerung toleriert wird

 

und die Kinder der Eingewanderten noch nicht alt genug sind, selber diese Dissonanz ihrer Eltern zu benennen. Dieser letztere Konflikt wird allerdings innerhalb der eigenen Volksgruppe ausgetragen, ist aber über das Internet38 auch anderen zugänglich.

 

c) Da die Wanderungsbewegungen staatlicherseits weithin so nicht beabsichtigt waren, wie sie sich vollziehen, und die regierenden Parteien die Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung benötigen, laviert die Politik im Blick auf die von ihr als notwendig erachtete Einwanderung hin und her und verunsichert so Einwanderungswillige wie Einheimische.

 

- Die Anwerbung der Deutschen in der zerfallenden Sowjetunion in den 90er Jahren mittels von Glanzbroschüren und Integrationshilfen wurde sehr bald wieder zurückgefahren, als die Menschen wirklich in großer Zahl kommen wollten. Dazu kam, dass sie als zumeist russischsprechende und mit russischen Angehörigen versehene Volksgruppe auf die durch die Wiedervereinigung Deutschlands und die dadurch ausgelösten Wanderungen besonders im Osten Deutschlands verunsicherte Bevölkerung trafen. Das löste dann angesichts des Gefühls von Überfremdung lokalen Unwillen aus. Durch das neue Ausländerrecht ab 20059, irreführend auch als "Zuwanderungsgesetz"10 bezeichnet, kam es aufgrund des eingeführten Sprachtests zu einer drastischen Reduzierung der Zuwanderung aus diesen Ländern.

 


 

 

Rückwanderung und Abschiebungen

- Die Rückwanderung von Migranten in ihre Heimatländer bzw. Weiterwanderung in bessere Aufnahmeländer vollzogen sich für die Bevölkerung unbemerkt, da die Gesamtzahl der Migranten im Wachsen begriffen war. Abschiebungen von Asylbewerbern erfolgen in Nacht- und Nebelaktionen oder gleich vom Flughafen aus und werden von der Bevölkerung nicht wahrgenommen.  

 

- Potentielle Rückwanderung in die Herkunftsländer39 unterbleibt von Menschen, die sich hier nicht einleben können bzw. wollen, weil die Investition, die sie dafür eingesetzt haben, sich dann nicht mehr lohnen würde. Potentielle Rückwanderer halten sich gern beide Länder als Option offen, da sich das Heimatland nach vielen Jahren verändert hat und sie nicht wissen, ob sie dort wieder Fuß fassen können.  

 

- Rückwanderung unterbleibt so auch im Blick auf künftig erschwerte Wiedereinwanderung durch das Schließen der europäischen Grenzen gegenüber unerwünschter Zuwanderung. So haben verstärkte Grenzkontrollen dazu geführt, dass die Einwanderung steigt, weil die Zahl der Rückwanderer wesentlich geringer wird.

 

- Die im Jahr 2000 eingeführte Greencard11 nach amerikanischem Vorbild brachte nicht die gewünschten Erfolge und  galt nur bis 2004. Zu einer Einführung eines Punktesystems nach australischem Vorbild konnte sich der Gesetzgeber 2005 nicht entschließen und hat es auch danach bis heute nicht eingeführt.

 

- Abschiebungen12 von abgelehnten Asylbewerbern fanden und finden laufend statt. Familen werden dabei getrennt, so dass zuerst der Vater abgeschoben wird, in der Erwartung, dass Frau und Kindern dann „freiwillig“ zurückkehren. Flüchtlingsdienste prangern seit vielen Jahren zu Recht diese Nacht- und Nebelaktionen13 an, ebenso wie die Abschiebehaft. So sind auch Menschen aus den Kriegsgebiete von Syrien und dem Irak nicht sicher vor Abschiebung.


 

 

Deutsche Medien werden kritisch hinterfragt

 

Medien haben die Aufgabe für Verständigung innerhalb der globalisierten Gesellschaft zu sorgen und demokratischen Austausch von Informationen und Meinungen zu fördern. Informationen aus aller Welt beherrschen die Nachrichten und Talkshows, die lokalen Nachrichten sind dagegen meist nur durch oft kostenlose Werbezeitungenzu erfahren. Doch auch die globalen Informationen sind durch Interessen und Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands und Europas deutlich gefiltert. Von den meisten der mehr als 30 derzeitigen Kriegen und Bürgerkriegen14 in der Welt hören wir so gut wie nichts, von anderen dagegen jeden Tag. Dies alles erzeugt Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber den deutschen Medien, zumal aufgrund der erfolgten Zuwanderung eine zunehmende Zahl von Menschen in Deutschland auch fremdsprachige Medien nutzt und dadurch den Wahrheits- und Informationsgehalt der deutschen Medien kritisch sieht.

 

Dazu gehört auch die jetzt so häufig gewordene Benutzung des Begriffs der „Flüchtlinge“ für alle Migrantengruppen, die Asylanträge stellen, egal aus welchen Ländern sie kommen und auf welchem Wege sie nach Deutschland kamen. Der Begriff „Flüchtlinge“ suggeriert, dass sie alle eine schreckliche Flucht hinter sich haben, hierher gekommen sind, um ihr Leben zu retten, traumatisiert sind und deshalb dringend unsere Hilfe benötigen. Guckt man sich allerdings die Liste der Länder15 an, aus denen sie kommen, überzeugt dies wenig.16 (s. http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/201502-statistik-anlage-asyl-geschaeftsbericht.pdf?__blob=publicationFile - Zugriff am 27.3.2015, S.7). Hintergrund der neuen Begriffsverwendung ist die seit 2011 geltende Richtlinie  2011/95/EU und die seit dem 6. September 2013 erfolgte Gesetzesänderung in Deutschland17, die jedoch für die Bevölkerung nicht vernehmbar kommuniziert wurde. Kriegsflüchtlinge erhalten "subsidären Schutz"18, da sie nicht unter die Kategorien "Bewerber um ein politisches Asyl"41 und "Flüchtling40" nach der in Deutschland nun angenommenen EU-Definition fallen.

Sieht man sich dann noch an, was zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge19 steht, kommen erst recht Zweifel auf. Deutschland ist bisher bereit nur insgesamt 20.000 Menschen als Kontingentflüchtlinge aus den Flüchtlingslagern aufzunehmen. Das am 18. Juli 2014 beschlossene Kontigent von 10.000 Personen ist dafür bestimmt, dass hier schon lebende Syrer ihre Angehöringen nachholen können.Ihnen wird allerdings nahegelegt, eine Verpflichtungserkärung abzugeben, dass sie für deren Unterhalt aufkommen. Zuständig für die aufgestellten Forderungen sind die Bundesländer20.(s. http://www.bamf.de/DE/Infothek/FragenAntworten/AufnahmeverfahrenSyrien/aufnahmeverfahren-syrien-node.html- Stand vom 27.3.2015).

Die Kommunikation der verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen in Deutschland funktioniert nicht nur im Bildungsbürgertum, sondern auch vor allem im sogenannten Prekariat, selbst wenn sich das nicht in den Medien und der Forschung widerspiegelt. Ein großer Teil der in den letzten Jahrzehnten Eingewanderten lebt in den städtischen Wohngebieten dieser verarmten einheimischen Bevölkerungsgruppe. Man kennt sich und hilft sich seit vielen Jahren, geschäftlich wie privat.

 

Insbesondere deutsche alleinstehende Männer helfen ausländischen Frauen ein Bleiberecht zu erlangen durch Scheinehen21 und Scheinvaterschaftsanerkennungen21 für Kinder. Doch nicht nur diese von der Politik inzwischen als strafbar eingestuften Handlungen22,wenn sie zur Erlangung eines Aufenthaltsstatus in Deutschland benutzt werden,  passieren weiterhin, sondern es kommt durch den gemeinsamen Alltag  immer wieder auch zu echten bikulturellen Heiraten und Geburten aus aufrichtiger Liebe. Doch bleiben auch hier Ehescheidungen und Familienkonflikte ähnlich wie in den monokulturellen Familien nicht aus. So kennt man sich und die jeweils andere Kultur nicht nur von den Sonnenseiten und steht dem jetzigen bedingungslosen Aufruf zu Offenheit und Aufnahme von Asylbewerbern kritisch gegenüber.

 


 

 

Zwischen Förderung erwünschter und Unterbindung problembeladener Zuwanderung lavierende deutsche Politik

 

Der seit Jahrzehnten zwischen Förderung von Zuwanderung angesichts des „demografischen Problems“ und ihrer Drosselung hin- und her schwankenden Politik wird von einem größeren Teil sowohl der einheimischen wie der migrierten Bevölkerung nicht geglaubt, dass sie es mit der seit ca. 2013 eingeführten Willkommenskultur für Migranten ernst meint.

Dies äußert sich in Demonstrationen, mit denen einige meinen, diesen neuen Trend wieder stoppen zu können. Man weist auf die mangelnde Integration der Zuwanderer in der deutschen Gesellschaft hin und weiß, wovon man spricht - auch im "Tal der Ahnungslosen", Dresden. Nicht die Zahl der Ausländer im Bundesland23 ist entscheidend, sondern die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund, bei aller Problematik des Begriffs (s.u.).  Denn die Spätaussiedler zählen  nicht mit, obwohl sie aufgrund ihres Akzents und russischen Sprachgebrauchs als fremd von der einheimischen Bevölkerung identifiziert werden. Zudem ist die polnische Grenze nicht weit.

Die in den letzten Jahrzehnten Eingewanderten fürchten in nicht geringer Zahl um ihren bisher erreichten Status in Deutschland. Sie kennen die Schwierigkeiten der Integration, ebenso die Illusionen, die sich viele ihrer Landsleute über ein Leben in Deutschland machen und die generellen Schwierigkeiten im Blick auf Arbeit, Selbständigkeit, Wohnen, Bildung und Erziehung. 

Bereitwilligkeit, Menschen aus dem eigenen Heimatland bzw. dem Ausland hier willkommen zu heißen, existiert nur da, wo davon ausgegangen wird, dass diese Menschen wirklich um ihr Leben fürchten und unter großen Strapazen fliehen mussten. Wenn jedoch durch den Kontakt der jetzt hier ankommenden Migranten die hier schon Lebenden feststellen, dass diese nicht aus Kriegs- und Bürgerkriegsgegenden kommen, wie ihnen die Politik und die Medien nun weismachen wollen, sondern aus Ländern, in denen der Krieg schon Jahrzehnte lang zurück liegt, dann werden sie mit Recht ärgerlich.

Auch gibt es weiterhin Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern und Illegalen, von denen die betroffenen Migrantengruppen wissen. Rückkehrprogramme fördern die freiwillige Heimkehr in Länder wie den Kosovo24, den Irak, Iran, Afghanistan, Pakistan u.a.25 Das schwächt das Vertrauen in den neuen politischen Kurs.

 

Die Einführung des Begriffs „Migrationshintergrund“ seit 200542 und vor allem seit seiner Nutzung in den Jobcentern ab 201043 verunsichert Menschen, die in diese Kategorie hineingeraten. Denn nicht nur Migranten der letzten Jahre werden unter diesem Begriff erfasst, sondern auch in Deutschland geborene Kinder, sofern ein Elternteil „Migrationshintergrund“ hat. Auf einem Forum zu diesem Thema in unserer Kirchengemeinde wurde noch 2013 versichert, dass alle Angaben nur freiwillig seien und nicht von den Meldeämtern registriert würden (s. Die mündige Gemeinde, S. 1126). Doch die im August 2014 in Lichtenberg neu erschienene Zeitung "Lichtenberger Bezirks-Journal" Lokale Nachrichten. spezial Nr. 4/2014, S. 1127  wußte bis auf die letzte Ziffer genaue Angaben darüber zu berichten, wie viele Menschen mit Migrationshintergrund dort leben und auch wie viele von ihnen Gewerbetreibende sind und ob sie vietnamesichen Migrationshintergrund haben oder russischsprachig sind. 

Die offensichtlich also doch erfolgende Registrierung von Menschen nach ihrem Migrations“hintergrund“, also nicht nur die  der in Deutschland lebenden Ausländer und von Deutschen mit weiteren Staatsbürgerschaften im Ausländerzentralregister44, lässt ehemalige DDR-Bürger an die 1989 gerüchteweise bekanntgewordene Erfassung von Ausländern und mit Ausländern verheirateten Bürgern zwecks Internierung im Ernstfall denken. So gilt es, auch heute zu fragen: Zu welchem Zweck erfolgt eine solche Erfassung, die jederzeit alle nur denkbaren Auswertungen ermöglicht?

Welchen Sinn macht es, Menschen einen Migrationshintergrund zuzuschreiben,

- die als Kinder von Deutschen im Ausland geboren wurden, aber in Deutschland aufwuchsen, wie z.B. die von deutschen Diplomaten?

- die seit mehr als 50 Jahren in Deutschland leben ( seit 2011 zählt dazu Einwanderung ab 1955, vorher sogar schon Einwanderung ab 1949, seit  2013 ab 1950 für einen Migrationshintergrund im engeren Sinn29)?

- die als Kinder eines solchen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland geboren wurden?

Schulprobleme wegen mangelnder deutscher Sprachkenntnisse kann man auch anders feststellen und haben auch Kinder von Deutschen ohne Migrationshintergrund.

 

Die Einführung dieses Begriffes in seiner gegenwärtigen Fassung stellt eine Diskriminierung der Menschen mit Kontakten zu Ausländern und ins Ausland dar und ist durch soziologische Forschung und Interessen nicht zu rechtfertigen. Sind die Menschen erst einmal so registriert, kann dies auch jederzeit missbraucht werden.

 

Das Gegenargument, dass man nur dank dieses Begriffs, die als Deutsche Eingewanderten aus den ehemaligen GUS-Staaten erfassen und so für ihre Integration die nötigen Mittel bereitstellen könne, wiegt nicht schwer genug. Diskriminierend und die Integration belastend, weil die Familien entzweiend, war bei deren Einwanderung die Aufteilung der Familienangehörigen nach verschiedenen Paragraphen, die wiederum mit verschiedenen Rechten ausstatteten (Paragraph 4 für Reindeutsche, Paragraph 7 , und Paragraph 8 des Bundesvertriebenengesetzes30).

 


 

 

Schwierigkeiten von Integration nicht unterschätzen

 

Die Hoffnung die vorhandenen Probleme durch Förderung von Zuwanderung zu bewältigen, wird auch deshalb nicht erfüllt werden, weil die Schwierigkeiten von Integration unterschätzt werden:

- Wer zugewandert ist, bleibt bis auf Ausnahmen sein Leben lang sprachlich behindert, die einen mehr im mündlichen, andere mehr im schriftlichen Können. Dies gilt auch für die Kinder der Einwanderer, die zwei- oder mehrsprachig aufwachsen. Nicht jedes Kind verkraftet die Mehrsprachigkeit problemlos. Oft bleiben die Kinder in beiden Sprachen in ihren kommunikativen Fähigkeiten hinter den nur Einsprachigen zurück. Längst nicht immer benötigen sie die zweite Sprache im späteren Leben wirklich so oft, dass es ihnen wirklich nützt. Anders ist dies in Ländern in denen alle Bewohner mehrere Sprachen sprechen und sie also auch täglich nutzen können.  

- Die Integration ist nicht etwas, was mit den Jahren automatisch wächst und zunimmt, sondern ist sehr vom Lebensalter, der familiären Situation und den Bezugspersonen abhängig.

- Kinder aus bikulturellen Familien haben es nicht leicht, ihre Identität zu finden. Zumal, wenn man ihnen eine ausländische Herkunft ansieht, werden sie oft gefragt, woher sie kommen. Doch sie kommen aus Deutschland und sind trotzdem in Erklärungsnot. So entwickeln sie nicht selten ein besonderes Interesse an dem Heimatland ihres ausländischen Elternteils/ihrer Eltern. Zum Teil  sind sie sogar stärker als diese selbst interessiert und sind dann womöglich weniger integriert als die Eltern bis hin zum Wunsch, dorthin auszuwandern.

- Konfliktpunkte mit der heimischen Kultur entstehen im Alltag im Zusammenleben meist an ganz banalen Gewohnheiten und kulturellen Eigenheiten: Gerüche bedingt durch verwendete Gewürze und Essgewohnheiten, die Formen der Geselligkeit, der Lautstärke bei Unterhaltungen, die Tischsitten, die  Art der Toilettenbenutzung, der Kleidung u.u.u.

Konflikte entstehen dort, wo Menschen verschiedener Kulturen täglich einander begegnen und sich nicht ausweichen können.

- Die größten Konflikte entstehen jedoch in den ethnischen Gruppen und Familien selber. Unerfüllte Erwartungen an die Migration, an die eigenen Leistungen bzw. der eigenen Kindern, gegenseitiges Verschuldetsein und Abhängigkeiten usw. führen zu verstärkten Aggressionen untereinander. Viele dieser Konflikte kommen nicht zur Anzeige und bleiben deshalb in der Aufnahmegesellschaft unbekannt, nicht aber bei einheimischen Nachbarn und Freunden.

- Wanderungen in solcher Größenordnung und über solche kulturellen Differenzen wie in den letzten Jahrzehnten hinweg, führen zu einer kulturellen und auch religiösen Entwurzlung31 von Menschen. Wenn sie integrationsbereit sind und der Kultur der Aufnahmegesellschaft gegenüber offen sind, haben sie eine doppelte Kultur, eine doppelte Anzahl von Feiertagen, eine doppelte Geschichte zu kennen, eine doppelte Anzahl von Sitten und Gebräuchen in den vielfältigen Fragen des Alltags. Das ist nicht nur eine Bereicherung, sondern auch eine immerwährende Aufgabe der Reduzierung, denn jeden Tag beide Kulturen zu leben ist für den Einzelnen schon zeitlich nicht möglich. So entstehen die verschiedensten Patchworkkulturen, die in sich oft nicht stimmig sind und keinen Sinn ergeben. Die Freiheit, sich mehr oder weniger auswählen zu können, welche Traditionen man auch im Aufnahmeland weiterführt und welche nicht, erzeugt vielfältige Konflikte in den Familien und geschieht immer auf Kosten der Verflachung der bisherigen Kulturen und der zunehmenden Unkenntnis der eigenen Geschichte, Kultur und Religion.

Dasselbe betrifft auch die Menschen in der Aufnahmegesellschaft, die offen sind für alles Fremde und reiseerfahren dies als exotische Bereicherung zu schätzen gelernt haben. Um den Alltag mit seinen Mitmenschen zu regeln und auch mit ihnen in angemessenen Abständen fröhlich zu sein und zu feiern, sich zu begegnen und zu genießen, sich seiner eigenen historischen Wurzeln zu vergewissern und die Umwelt in ihrem So-Sein zu verstehen, reicht eine Kultur. Die anderen Kennenzulernen ist interessant und Menschen anderer Kulturen in ihrem anderen Verhalten tolerant zu begegnen, ist lebensnotwendig. Aber selbst in zwei Kulturen in einer Familie zu leben, ist anstrengend, erfordert immer wieder vielfältige Diskussionen und bedeutet immer Verlust an der eigenen Kultur.

Als Gegenreaktion entstehen ultrakonservative Gegenströmungen, die alles Fremde ablehnen und die überlieferte eigene Kultur bzw. Religion auch im Ausland oder unter Ausländern bewahren wollen und sich so selbst ausgrenzen.

Andere wiederum, insbesondere die Generation der Kinder haben keine eigenen Traditionen mehr. Sie übernehmen die Normen der globalen Konsumgesellschaft als die ihren. Dabei geht es dann nur noch um das Geld und Statusgewinne durch Geld. Menschliche Bindungen dagegen werden schwach und fallen mehr und mehr weg bzw. sind austauschbar. Das Verständnis der bisherigen Kulturen ist gleich null. Sciencefiction ist die Religion, die Hoffnung auf bessere Zeiten und Unsterblichkeit vermittelt.   

 


 

 

Probleme im Blick auf die Demographie werden nicht gelöst, sondern ihre Lösung auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben:

 

  • Die Kinderfeindlichkeit unserer Gesellschaft: Mütter müssen mit einer Kündigung rechnen, wenn sie ein Kind bekommen sollten. Kindergärten haben oft Öffnungs- bzw. Schließzeiten, die für voll berufstätige Eltern nicht ausreichen.

Seit vielen Jahren wird darüber geredet und berechnet, wie „teuer“ Kinder seien und wie viel man verdienen müsse, um sich eins „leisten“ zu können, weil man ja schließlich seinem Kind auch etwas „bieten“ wolle.

 

  • Die fehlenden Geburten (s.o.)
  • Das immer weitere Auseinanderklaffen der Gesellschaft durch Verarmung und stetig wachsenden Reichtum einiger weniger45. Nicht nur ist in den letzten Jahrzehnten der Abstand zwischen den Entwicklungsländern und den Industrieländern weiter angewachsen, sondern auch der Abstand zwischen den Reichen und Armen in den jeweiligen Ländern selbst, vor allem auch in Deutschland. Nach der Anzahl der Milliardäre auf der Forbes-Liste 46 gehören wir zwar nach den USA, China und Russland weiterhin zu den reichsten Staaten, doch ebenso gehören wir zu den Spitzenreitern beim Wachstum der Schere zwischen Arm und Reich. Nicht mehr nur Außenseiter und Kranke wie Alkohliker gehören zu den Obdachlosen in Deutschland, sondern auch gutbürgerliche Familien sind davor nicht gefeit.
  • Die bisherigen Reformen im Blick auf das künftige Nichtmehrfunktionieren des Rentensystems und der sozialen Sicherungssysteme angesichts des Ungleichgewichts von Einzahlern und Nutznießern sind in die falsche Richtung gegangen. Man hat auf die persönliche wie öffentliche Sicherung dieser System durch Rücklagenbildung und künftige Einspeisung von Kapitalgewinnen gesetzt. Inzwischen müssen nach der Phase der Niedrigzinsen für größere Guthaben nun schon Negativzinsen47 bezahlt werden, d.h. Geld auf Rücklagen zu haben kostet unter Umständen Geld. Um weitere Kosten zu sparen, es nun einfach zu verbrauchen, kommt aber auch nicht in den Sinn. Stattdessen hofft man auf eine Erholung der Kapitalmärkte. So wird weiter an den derzeit sich nicht wehren könnenden Menschen gespart: an Kindern, an den Jugendlichen, an den Arbeitslosen, an den Kranken, insgesamt also an den Schwachen in der Gesellschaft.
  • Die sozialen Folgen dieses nun schon zwei Jahrzehnte währenden Sparkurses und der Stellenkürzungen im öffentlichen wie im privaten Bereich werden nicht eingestanden und als individuelles Versagen der betroffenen einzelnen Menschen dargestellt. Sie seien zu ungebildet, zu wenig leistungsfähig und seien deshalb arbeitslos. Mit Zwangsmaßnahmen wie Sanktionen werden Menschen gezwungen, Arbeiten zu verrichten, zu denen sie nicht motiviert bzw. sich gesundheitlich fähig fühlen.

Denselben Menschen wird nun gesagt, dass sie eine Willkommenskultur für Ausländer entwickeln sollen, die Deutschland dringend als Fachkräfte benötigen würde, von denen aber feststeht, dass sie kein Deutsch sprechen, sondern es erst lernen müssen. Die Fremden seinen äußerst motiviert, hier zu arbeiten, müssten aber erst entsprechend ausgebildet werden. Deutsche Arbeitslose, von denen es ja wesentlich mehr gibt, als die Statistik ausweist, und die zum Teil seit 25 Jahren auf dem ersten Arbeitsmarkt versuchen, Fuß zu fassen, können dies nur als eine persönliche Abwertung hören: Da gäbe es Leute, die wirklich arbeiten wollen und dies auch zu Bedingungen tun, zu denen sie selbst es nicht tun könnten oder wollten, weil sie dadurch einen noch weiteren gesellschaftlichen Abstieg erfahren würden als ohnehin schon. Wie potentielle Streikbrecher von Streikenden nicht erwarten können, freundlich aufgenommen zu werden, so ausländische Arbeiter nicht im Billiglohnsektor Deutschlands.

Dazu hat der Fremde immer noch die Möglichkeit wieder ins Heimatland zurückzukehren, wenn die erhoffte Lebensqualität in Deutschland nicht zu erreichen ist. Der Deutsche im fortgeschrittenen Alter hat es dagegen viel schwerer in einem anderen Land sein Auskommen zu finden, zumal wenn er nicht jung und gebildet und nicht über entsprechende Fremdsprachenkenntnisse  und das nötige Kapital dazu verfügt.

 

  • Diese zu erwartende Welle der Ablehnung von Zuwanderung durch hier schon Wohnende steht nun zur Zeit  einer Zunahme von Zuwanderung entgegen. Zu dieser kann es angesichts der mangelnden Attraktivität Deutschlands kommen, wenn andererorts die gewaltsamen Krisen so zu nehmen, dass den Flüchtenden ziemlich egal ist, wohin sie kommen.

    Die derzeitigen Flüchtlinge kommen oft aus Ländern, in denen Deutschland die kriegerischen Auseinandersetzungen durch einseitige Parteinahme, Waffenlieferungen und Bündnisverpflichtungen und aus Rohstoff- und geopolitischen Interessen gefördert hat. Gegenüber ihren einheimischen Kollaboranten wie derer in Afghanistan hat Deutschland nun wirklich auch eine Schutzverpflichtung. 

 

Festzustellen ist dagegen:

- Das Problem Deutschlands und anderer Industriestaaten ist nicht ein Mangel- sondern ein Überfluss bei der Produktion sowohl von Lebensmitteln wie Industriegütern und landesweit betrachtet auch an an vorhandener Infrastruktur und Wohnungen. Trotz und angesichts dieses Überflusses und einer Wegwerfgesellschaft existiert bei immer mehr Menschen ein Gefühl des Mangels oder drohenden Mangels, der eigenen Minderwertigkeit, des Ausschlusses und einer Zukunftsperspektive, in der alles noch schlimmer wird, also des gesellschaftlichen Abwärtstrends. So erscheint die Vergangenheit rosarot, die Zukunft dunkel und bedrohlich.  

 

- Man kann nicht immer größere Teile der bisherigen Bevölkerung vom vorhandenen Wohlstand ausschließen und dafür Fremde ins Land holen, die angeblich besser für die moderne Wirtschaft geeignet seien, ohne Konkurrenzgefühle bei der eigenen Bevölkerung zu erzeugen. Je mehr die Neuen gelobt und je wohlwollender sie beschrieben werden, um so kritischer werden sie anschließend von den „Alten“ unter die Lupe genommen und jede Differenz von Soll- und Istzustand ans Licht gebracht. Je größer die Privilegien der Zugewanderten gegenüber der eigenen Bevölkerung sind, um so mehr muss man mit Ablehnung rechnen. Dazu gehört insbesondere zur Zeit jede Bevorzugung in der Vergabe von Wohnraum und Kita-Plätzen bis hin zu Schulplätzen und Lehrstellen, denn all dies ist knapp.

 

- Migranten lassen sich zumal in der Anfangsphase nur sehr ungern in Kleinstädten und auf dem Lande nieder, wo aufgrund von Wegzug und Alterung am ehesten freier Wohnraum vorhanden ist. Für sie bleibt die Nähe zur eigenen Heimat wichtig und die ist in den Großstädten durch vorhandene Flugplätze und die eigenen Parallelgesellschaft37 am wahrscheinlichsten gegeben. Auch finden sie hier am ehesten Arbeit. 

Will man der Landflucht und dem Aussterben so vieler Dörfer entgegenwirken, sind andere Strategien nötig, insbesondere die Förderung einer der Natur verbundenen Lebensweise. Nur so kann unseren Hauptproblemen wie der weltweiten Klimakatastrophe, der zunehmenden Zivilisationskrankheiten und der zunehmenden Unfruchtbarkeit von Männern entgegengewirkt bzw. deren Folgen gelindert werden.   

Vor allem ist die Wertschätzung jedes einzelnen Bürgers nicht nur mit Worten sondern auch finanziell zum Ausdruck zu bringen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen32, durch das die wirklich lebensnotwendigen Bedürfnisse eines jeden Menschen zu finanzieren sind, kann dies zum Ausdruck bringen.   

Das Kindergeld ist ein Anfang davon. Wenn aber nur Kinder etwas wert sind und nicht die Eltern, droht das Kinderkriegen zur Geldeinnahmequelle für Menschen in prekären Lebensverhältnissen zu werden, was den Kindern nicht gerecht wird. So werden dann zwar mehr Kinder geboren, aber nicht die, die sich die Demographen und die Politik wünschen, sondern solcher, um die sich dann anschließende die Jugendämter kümmern müssen.

 


 

 

Was können wir als Einzelne tun und unseren Gemeinden empfehlen?

 

Informieren und kritisch nachfragen

 

Wir neigen als Christen dazu, ein Helfersyndrom zu entwickeln, insbesondere wenn die Politik ruft und uns als Kirchen und Gemeinden braucht. Damit sind wir aber auch in der Gefahr, uns missbrauchen zu lassen. Darum ist Vorsicht angesagt und kritisches Hinterfragen.

 

  • Wie ist die Gesetzeslage? Welche Gesetze gelten in Bezug auf Ausländer, Flüchtlinge, Asylbewerber?
  • Welche Gesetze sind in Vorbereitung und werden im EU-Parlament und im Bundestag diskutiert?

Nun werden etliche Gesetze zur Zeit nicht angewendet bzw. ihre Nichtanwendung in Aussicht gestellt, ohne dass sie bisher vom Parlament außer Kraft gesetzt wurden. 

Selbst wenn dies für Betroffene zur Zeit vorteilhaft ist, bietet es keine Sicherheit. Denn wenn der politische Wind umschlägt, können sie jederzeit wieder angewendet werden.   

Begriffe wie der des Flüchtlings werden seit ca. einem Jahr  in den Medien und von Politikern benutzt, als sie bisher verwandt wurden und in den Gesetzen und Verordnungen definiert werden.  Hintergrund sind Richtlinien der EU vom Dezember  2011.

Darum Vorsicht bei der Übernahme dieser neuen Sprachgewohnheiten. Sie dienen nicht der Verständigung, sondern stiften Verwirrung. Wenn wir es mit Einwanderern zu tun haben, ist es wichtig, ihren genauen Status und ihre Rechtslage zu kennen, um ihnen nicht aus spontaner Hilfsbereitschaft und Mitleid Hoffnungen zu machen und Rechte einzureden, die sie nicht vom Gesetz her haben.   

 

Zur Kenntnis nehmen: Die Fremden haben Rechte  

 

Einwanderungswillige, egal auf welchem Wege sie hierher kamen und welchen Status sie haben, ob legal oder illegal, haben Rechte, die ihnen von der UNO, der EU bzw. von deutschen Gesetzen52 garantiert werden. Sie sind also nicht rechtlos, sondern haben die Möglichkeit, wie jeder andere deutsche Bürger, diese Rechte einzuklagen. Eine andere Sache ist, dass Recht haben und Recht erhalten zweierlei sind, und dass damit Kosten und lange Wartezeiten verbunden sind. Auch ist die Erhebung einer Klage im konkreten Fall oft kein Mittel seinen Aufenthalt in Deutschland verlängern zu können.   

Ausländer/ Fremde sind deshalb nicht zu vergleichen mit dem Rechtsstatus den sie zu alt- und neutestamentlichen Zeiten hatten, der in der Bibel immer wieder angesprochen und dessen Mängel durch moralische Forderungen an die Einheimischen gemildert werden konnte.

 

Erkunden und sich darauf einstellen, was die Ankommenden hier in Deutschland erwarten

 

Menschen, die nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten und zu leben, sind oft Opfer des Glaubens und der Propagierung des Wunderlands Deutschland. Sie erwarten hier ohne größere Probleme, auf jeden Fall aber leichter als im Heimatland, arbeiten zu können, Geschäfte zu machen, Geld verdienen und leben zu können. Sie haben von der viel besseren medizinischen Versorgung gehört und von den Geldern, die man vom deutschen Staat bekommen kann. Der Traum reich zu werden, ist für viele Menschen mit Deutschland/Europa/Nordamerika und Australien verbunden, vor allem in jenen Ländern, in denen dies etlichen schon sichtbar durch den Bau von Häusern im Heimatland gelang.

 

Um hierher zu kommen, haben die Einwanderungswilligen viel Geld investiert. Oft hat die Verwandtschaft zusammengelegt, um den Flug zu ermöglichen. Papiere mussten beschafft und nicht selten dafür Bestechungsgelder gezahlt werden. Von den Kosten für Schlepper/Schleuser50 nicht zu reden. In den Heimatländern existiert ein Erfahrungswissen, wie man am besten die deutschen Behörden und die existierenden Gesetze austricksen kann, um in das erwählte Land zu kommen.

 

Dazu gehört, das Vertrauen darauf, dass Minderjährige von der Abschiebungsgefahr ausgenommen seien, was aber nicht der Fall ist.53 So werden in steigender Zahl Kinder48 auf diese Reise geschickt, nicht nur bei uns sondern weltweit. Dies geschieht mit der Hoffnung, dass diese dann ihre Familien nachholen bzw. den Familien später Geld schicken können.

 

Frauen wird durch ihre Familien die Reise ermöglicht, wenn sie durch uneheliche Kinder Schande auf sich geladen haben oder wenn sie in höherem Alter noch unverheiratet sind. Die Familien hoffen, dass sie in Europa einen verständnisvollen Partner finden, der dann auch das bei den Großeltern gelassene Kind nach Europa nachholt.

 

Dazu kommen junge Männer, die im Heimatland arbeitslos sind, auf der Suche nach Arbeit.

 

Nicht akzeptieren, sondern anprangern, was zum Wohle aller zu verhindern und wieder abzuschaffen ist

 

Nicht kommuniziert wird im Heimatland, welche Schrecken durch Vergewaltigungen durch die Schlepper Frauen zu erdulden haben, bis sie hier ankommen, wie die Ahnungslosigkeit von Kindern ausgenutzt wird und wie die Angekommenen nicht selten in sklavenartiger Abhängigkeit von ihren Landsleuten illegal49 unter unsäglichen Bedingungen in den Aufnahmeländern in Werkstätten, Fabriken oder in Heimarbeit arbeiten, in denen sie die ansonsten ihre Heimatländer verlagerte Produktion gleich vor Ort erledigen. Lokale Kontrollbehörden werden bestochen bzw. trauen sich nicht gegen diese ausländischen Unternehmer vorzugehen, wie sie es gegenüber inländischen tun würden. Sie befürchten in die rechte Ecke gestellt zu werden oder sind zur Kulanz aufgerufen, weil man ja vom ausländischen Unternehmer nicht die Kenntnis aller deutscher Gesetze verlangen könne. Gewerkschaften und Betriebsräte gibt es nicht.

 

Als Christen sollten wir dieses Tabu brechen und wo wir von solchen Zuständen erfahren, sei es in Wohnheimen oder in Fabriken, den Mut haben, dies anzuprangern. Die Angst der Informanten als Illegale dann ausgewiesen zu werden bis hin zu den dann zu erwartenden Morddrohungen hindern zur Zeit um diese Zustände Wissende oft daran.

 

Schließlich sollten wir uns von dem zur Schau gestellten Reichtum der Vermögenden nicht blenden lassen, sofern wir zu den Wohlhabenden der entsprechenden Volksgruppe Kontakt haben. Äußerst prachtvolle Empfänge und Mahlzeiten mit hunderten Gästen gehören in jenen Gesellschaften zum Leben dazu und es wird für unser Empfinden maßlos viel Geld in diese gesellschaftlichen Kontakte auf Feiern mit Landsleuten und einzelnen geladenen deutschen Freuden und Partner investiert. Geburten von Kindern, Einschulungen, Geburtstage, Hochzeiten und vieles mehr wird gefeiert, ob man es sich leisten kann oder sich dabei verschuldet. Es gehört dazu.

 

Einander auf Augenhöhe begegnen

 

Wenn wir dagegen in den Ankommenden die Armen sehen, denen wir als die in einem reichen Land Lebenden helfen sollten, unterschätzen wir den Reichtum jener Länder und überschätzen unseren.

Die Herkunftsländer jener sind zumeist reich an Rohstoffen, unseres dagegen arm. Jene Länder sind reich an Menschen und vor allem jungen Menschen, uns fehlen sie.

Die Menschen dort sind sehr stark familiär gebunden und geprägt. Bei uns herrschen instabile Patchworkfamilien inzwischen vor. Für unser Leben hier spielt der Staat und die geltenden Gesetze eine wichtige Rolle. In den Herkunftsländern herrschen Korruption und Willkür und man hält sich vom Staat möglichst fern und erwartet von ihm nichts, ist aber auch nicht bereit, für ihn etwas zu tun.

Nicht unterschätzen sollten wir den Druck, unter dem die Ankommenden stehen, die in die Reise investierten Mittel wieder zubekommen und Geld ins Heimatland transferieren zu müssen.

Nicht überschätzen sollten wir ihr Interesse an unser deutscher Kultur, Geschichte, Sprache und Politik. In Europa und Deutschland mal gewesen zu sein und entsprechende Fotos mit Wiedererkennungswert durch entsprechende Bauwerke ist für Wohlhabende in vielen Ländern ein Statussymbol, aber spricht nicht für ihr Interesse an unserem Leben hier. Dem entsprechend wird auch die Kenntnis der deutschen Sprache nur für das Notwendigste als wichtig erachtet. Der kulturelle und kommunikative Mittelpunkt des Lebens bleibt für die meisten das Heimatland.

Neuankömmlinge in die Gemeinden oder nach Hause einzuladen ist eine nette Geste, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie oft unsere Kontakte nicht benötigen, weil sie genügende in ihrer eigenen Community haben bzw. jene aufbauen müssen, um hier bleiben und zurecht kommen zu können.

Ein Interesse unsererseits an der Kultur, Gebräuchen, Festen, der Religion, Geschichte und Sprache der Neuankömmlinge ist für die Kontakte hilfreich, stößt aber an Grenzen, wenn man es wie in Heimen mit zu vielen Nationalitäten zu tun hat.

Kontakte sollten wir zu ihren christlichen Gemeinden hier knüpfen und sie als gleichberechtigte Partner wahr- und annehmen, ihnen Räume zur Verfügung stellen und sie unterstützen sowie gemeinsame Gottesdienste und Feste feiern, sofern dies aufgrund der anderen Frömmigkeit und Strukturen möglich ist. Auch bei ihnen dürfen wir kritische Fragen stellen und uns auch von ihnen distanzieren, wenn wir erlebte Praktiken nicht gutheißen können.

Wenn wir auf Menschen treffen, die über keine Bindung zur eigenen Community verfügen oder sie bewusst nicht suchen und offen sind für echte Kontakte zu uns Einheimischen, sollten wir offen sein und sie darin unterstützen, werden aber nach nicht langer Zeit auch die Gründe dafür erfahren. Besteht der Grund darin, dass aus der eigenen Volksgruppe hier vor Ort niemand weiteres vorhanden ist, sind die Chancen zur Integration groß, kommen jedoch in späterer Zeit weitere Landsleute dazu, ist es ein natürlicher Prozess, dass eine Community entsteht und die Kontakte zu Einheimischen weniger werden bzw. wenn sie erhalten bleiben, der Einheimische nun zum Gast in der jeweiligen Community wird, also Gast „im eigenen Land“.

Insgesamt gilt, dass wir den Ankommenden auf Augenhöhe begegnen und uns nicht als die Starken zu Ihnen als den Schwachen hinabbeugen sollten. Das Bild, das die Medien von ihnen zur Zeit zeichnen, als wären sie alle traumatisiert und hätten Schlimmes durchgemacht, ist nicht hilfreich und sollte im konkreten Fall überprüft werden.

Dort wo es sich tatsächlich um Kriegsflüchtlinge handelt und ihr Status im Heimat- oder Nachbarland von deutschen Behörden so anerkannt wurde, ist es etwas anders. Aber dies betrifft von den 407.508, die  2012 bis 2014 hier Asyl beantragten nur die 20.000, die als syrische Kontingentflüchtlinge aufgenommen wurden, also aus Gründen des Krieges. Das sind ca. 4,7 % derer, die Asylanträge stellten.  "Allgemeine Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind .. als Gründe für eine Asylgewährung grundsätzlich ausgeschlossen." heißt es in der Erklärung des Begriffs des "politischen Asyls" auf der Webseite des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge33.

Alle anderen sind mit eigenen Mitteln hierher gekommen und längst nicht alle haben alles verfügbare Geld für die Reise verbraucht bzw. sind ausgeraubt worden, so dass sie hier mittellos angekommen sind. Viele sind nicht darauf angewiesen, dass die Einheimischen nun ihre Kleiderschränke ausräumen und all das, was sie zu viel haben, ihnen bringen.

Das selbe gilt für Spielzeug, Hausrat und Möbel. Ähnlich wie deutsche ALG II-Empfänger Gelder nutzen, die ihnen vom Amt zustehen, z.B. für eine Erstausstattung auch wenn sie etwas Ähnliches geschenkt bekommen könnten, so auch Asylbewerber. Etwas Neues hat für sie mehr wert als etwas schon Gebrauchtes. Auch kann man Geld, das einem zusteht, wegen geschenkter Gebrauchtwaren nicht verfallen lassen. Das könnte für den Staat ja ein Grund sein, diese Gelder künftig zu streichen.

Wer als Einheimischer den hier Ankommenden unvoreingenommen, freundlich, hilfsbereit und auf Augenhöhe begegnet, wird in der Regel durch Aufnahme in die andere Community mit Herzlichkeit, Offenheit, Dankbarkeit und viel Fröhlichkeit entschädigt. Echte Freundschaften können so entstehen. Menschen verlieben sich, heiraten und bekommen Kinder. Das ist normal in der Begegnung von Kulturen, weil, wie das Sprichwort sagt, Gegensätze sich anziehen und das Fremde nicht nur für uns interessant ist, sondern auch für die anderen.

Über diese Art von Kulturbegegnung kann man schon im Alten Testament51 alles Wichtige lesen. Auch damals gab es schon Gegenbewegungen und Widerstände gegen gemischte Ehen, die bei allen menschlichen Härten doch auch wichtig waren, um die jeweils eigene Kultur nicht in der Mehrheitsgesellschaft aufgehen zu lassen, sondern über die Jahrhunderte zu erhalten.

 

Staatliche Gesetze müssen für alle gelten, auch für die Neuankömmlinge

 

Wir dürfen Integrationsbereitschaft und Sprachkenntnisse erwarten und fordern, sofern wir unserer deutschen Kultur, Geschichte, Literatur, unserem Rechtssystem... zutrauen, einen unverzichtbaren Beitrag für die Menschheit und künftige Genrationen beisteuern zu können, genauso wie wir dies jedem andern Volk auch zugestehen.

 

 


 

 

 Anmerkungen/Quellen/weiterführende Artikel (letzter überprüfter Zugriff am 31.3.2015):

 

  1. http://mediendienst-integration.de/migration/wer-kommt-wer-geht.html-
  2. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Wanderungen/Tabellen/WanderungenAlle.html
  3. http://www.integrationskompass.de/global/show_document.asp?id=aaaaaaaaaaadfpa
  4. https://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/
  5. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/Bevoelkerungsbewegung/BroschuereGeburtenDeutschland0120007129004.pdf?__blob=publicationFile
  6. http://www.zusammenleben-berlin.de/images/downloads/VortragKl.pdf
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Aussiedler_und_Sp%C3%A4taussiedler
  8. http://de.wikipedia.org/wiki/Braindrain
  9. http://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4ndergesetz_%28Deutschland%29
  10. http://de.wikipedia.org/wiki/Zuwanderungsgesetz
  11. http://de.wikipedia.org/wiki/Greencard_%28Deutschland%29
  12. http://www.proasyl.de/fileadmin/fm-dam/g_Archiv/Abschiebungen_2013.pdf
  13. http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Naechtliche-Abschiebungen-gehen-weiter,abschiebung309.html
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_andauernden_Kriege_und_Konflikte
  15. http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/201502-statistik-anlage-asyl-geschaeftsbericht.pdf?__blob=publicationFile
  16. (s. http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/201502-statistik-anlage-asyl-geschaeftsbericht.pdf?__blob=publicationFile - Zugriff am 27.3.2015, S.7)
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_2011/95/EU_%28Qualifikationsrichtlinie%29
  18. http://www.bamf.de/DE/Migration/AsylFluechtlinge/Subsidiaer/subsidiaer-node.html
  19. http://www.dw.de/syrer-auf-der-flucht-zahlen-und-fakten/a-17443273
  20. http://www.bamf.de/DE/Infothek/FragenAntworten/AufnahmeverfahrenSyrien/aufnahmeverfahren-syrien-node.html- Stand vom 27.3.2015
  21. http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2013/01/freizuegigkeitsrecht.html
  22. http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/scheidungsehe.htm
  23. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/MigrationIntegration/AuslaendBevoelkerung2010200147004.pdf?__blob=publicationFile
  24. http://www.bamf.de/DE/Rueckkehrfoerderung/ProjektKosovo/projektkosovo-node.html
  25. http://www.bamf.de/DE/Rueckkehrfoerderung/ProjektERIN/projekt_erin-node.html
  26. http://www.gemeindebund-online.de/material/die-muendige-gemeinde.pdf
  27. Lokale Nachrichten. spezial Nr. 4/2014, S. 11, s.http://bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2014/08/Bezirksjournal_Lichtenberg_September_web1.pdf
  28. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/MigrationIntegration/AuslaendBevoelkerung2010200147004.pdf?__blob=publicationFile
  29. https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/11/PD14_402_122.html;jsessionid=74A76546BE909EE3E91F7BA5C31F4B4B.cae2
  30. http://www.kfi.nrw.de/zuwanderung/Aufnahmeverfahren_Spaetaussiedler/Rechtliche_Grundlagen/index.php
  31. s. Oliver Roy, Heilige Einfalt. Über die politischen Gefahren entwurzelter Religionen, München 2011, http://www.perlentaucher.de/buch/olivier-roy/heilige-einfalt.html
  32. http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen
  33. http://www.bamf.de/DE/Migration/AsylFluechtlinge/Asylrecht/asylrecht-node.html
  34. http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/geburtenrate.aspx
  35. http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/geburtenrate.aspx
  36. http://www.sueddeutsche.de/politik/geburtenrate-unter-migranten-die-kopftuch-legende-1.1041228
  37.  Den umstrittenen Begriff Parallelgesellschaften hier zu gebrauchen, muss begründet werden. Der von Soziologen gebrauchten Begriff "Segregationsindex" ist in den bei der Berechnung dieser Rate berücksichtigten Fakten zu eng gefaßt (http://de.wikipedia.org/wiki/Segregation_%28Soziologie%29), weil z.B. die Mediennutzung und Kommunikationspartner und -sprache nicht berücksichtigt wird. Der Begriff "Selbstethnisierung"  (http://www.placemaking.de/placemaking/04/selbst/zwei.php) dagegen benennt einen Urheber/ einen Schuldigen für den Fakt der Abgrenzung und des Rückztugs aus der Mehrheitsgesellschaft. Dagegen entspricht der Begriff "Paralellgesellschaft" dem, was die Menschen vor Ort erleben: Es gibt eine stattliche Anzahl von Menschen, die eine  mir nicht bekannte Srache sprechen und sich damit untereinander verständigen, kaum Interesse haben, unsere Sprache zu sprechen und sich mit unseren Sitten, Regeln und Gesetzen zu beschäftigen, weil sie gut auch ohne diese zurecht kommen. Sie haben intensive Kontakte zum Heimatland durch Medien, Telefonate, Besuche und leben hier, als wenn sie noch dort leben würden.
  38.  Sie die Videos "Assige Asiaten" z.B. unter  https://www.youtube.com/watch?v=JAwfF3A9YI8
  39. s. z. B. https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Forschungsberichte/fb18-aeltere-migranten.pdf?__blob=publicationFile, S. 291
  40. http://www.bamf.de/DE/Migration/AsylFluechtlinge/Fluechtlingsschutz/fluechtlingsschutz-node.html
  41. http://www.bamf.de/DE/Migration/AsylFluechtlinge/Asylrecht/asylrecht-node.html
  42. https://heimatkunde.boell.de/2006/09/01/mikrozensus-2005-die-verborgene-vielfalt-deutschlands sowie https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/MigrationIntegration/Migrationshintergrund2010220057004.pdf?__blob=publicationFile
  43. http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/mighev/gesamt.pdf
  44. http://www.bva.bund.de/DE/Themen/Sicherheit/Auslaenderzentralregister/auslaenderzentralregister-node.html
  45. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/regierungsbericht-deutschlands-reiche-werden-noch-reicher-a-856397.html
  46. http://www.forbes.com/billionaires/list/16/#version:static
  47. s. z.B. http://www.faz.net/aktuell/finanzen/geldanlage-trotz-niedrigzinsen/der-preis-des-geldes-die-neue-welt-der-negativzinsen-13429375.html
  48. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/029/1802999.pdf
  49. s. http://de.wikipedia.org/wiki/Illegale_Einwanderung#Zwangsarbeit
  50. http://de.wikipedia.org/wiki/Illegale_Einwanderung#Schleusung_von_Migranten
  51. s. z.B. die Bücher Esra und Nehemia
  52. s. z.B.: http://www.migrationsrecht.net/nachrichten-auslaenderrecht-europa-und-eu/
  53. s. http://www.proasyl.de/fileadmin/fm-dam/g_Archiv/Abschiebungen_2013.pdf, S. 21f