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Was können wir als Einzelne tun und unseren Gemeinden empfehlen?

 

Informieren und kritisch nachfragen

 

Wir neigen als Christen dazu, ein Helfersyndrom zu entwickeln, insbesondere wenn die Politik ruft und uns als Kirchen und Gemeinden braucht. Damit sind wir aber auch in der Gefahr, uns missbrauchen zu lassen. Darum ist Vorsicht angesagt und kritisches Hinterfragen.

 

  • Wie ist die Gesetzeslage? Welche Gesetze gelten in Bezug auf Ausländer, Flüchtlinge, Asylbewerber?
  • Welche Gesetze sind in Vorbereitung und werden im EU-Parlament und im Bundestag diskutiert?

Nun werden etliche Gesetze zur Zeit nicht angewendet bzw. ihre Nichtanwendung in Aussicht gestellt, ohne dass sie bisher vom Parlament außer Kraft gesetzt wurden. 

Selbst wenn dies für Betroffene zur Zeit vorteilhaft ist, bietet es keine Sicherheit. Denn wenn der politische Wind umschlägt, können sie jederzeit wieder angewendet werden.   

Begriffe wie der des Flüchtlings werden seit ca. einem Jahr  in den Medien und von Politikern benutzt, als sie bisher verwandt wurden und in den Gesetzen und Verordnungen definiert werden.  Hintergrund sind Richtlinien der EU vom Dezember  2011.

Darum Vorsicht bei der Übernahme dieser neuen Sprachgewohnheiten. Sie dienen nicht der Verständigung, sondern stiften Verwirrung. Wenn wir es mit Einwanderern zu tun haben, ist es wichtig, ihren genauen Status und ihre Rechtslage zu kennen, um ihnen nicht aus spontaner Hilfsbereitschaft und Mitleid Hoffnungen zu machen und Rechte einzureden, die sie nicht vom Gesetz her haben.   

 

Zur Kenntnis nehmen: Die Fremden haben Rechte  

 

Einwanderungswillige, egal auf welchem Wege sie hierher kamen und welchen Status sie haben, ob legal oder illegal, haben Rechte, die ihnen von der UNO, der EU bzw. von deutschen Gesetzen52 garantiert werden. Sie sind also nicht rechtlos, sondern haben die Möglichkeit, wie jeder andere deutsche Bürger, diese Rechte einzuklagen. Eine andere Sache ist, dass Recht haben und Recht erhalten zweierlei sind, und dass damit Kosten und lange Wartezeiten verbunden sind. Auch ist die Erhebung einer Klage im konkreten Fall oft kein Mittel seinen Aufenthalt in Deutschland verlängern zu können.   

Ausländer/ Fremde sind deshalb nicht zu vergleichen mit dem Rechtsstatus den sie zu alt- und neutestamentlichen Zeiten hatten, der in der Bibel immer wieder angesprochen und dessen Mängel durch moralische Forderungen an die Einheimischen gemildert werden konnte.

 

Erkunden und sich darauf einstellen, was die Ankommenden hier in Deutschland erwarten

 

Menschen, die nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten und zu leben, sind oft Opfer des Glaubens und der Propagierung des Wunderlands Deutschland. Sie erwarten hier ohne größere Probleme, auf jeden Fall aber leichter als im Heimatland, arbeiten zu können, Geschäfte zu machen, Geld verdienen und leben zu können. Sie haben von der viel besseren medizinischen Versorgung gehört und von den Geldern, die man vom deutschen Staat bekommen kann. Der Traum reich zu werden, ist für viele Menschen mit Deutschland/Europa/Nordamerika und Australien verbunden, vor allem in jenen Ländern, in denen dies etlichen schon sichtbar durch den Bau von Häusern im Heimatland gelang.

 

Um hierher zu kommen, haben die Einwanderungswilligen viel Geld investiert. Oft hat die Verwandtschaft zusammengelegt, um den Flug zu ermöglichen. Papiere mussten beschafft und nicht selten dafür Bestechungsgelder gezahlt werden. Von den Kosten für Schlepper/Schleuser50 nicht zu reden. In den Heimatländern existiert ein Erfahrungswissen, wie man am besten die deutschen Behörden und die existierenden Gesetze austricksen kann, um in das erwählte Land zu kommen.

 

Dazu gehört, das Vertrauen darauf, dass Minderjährige von der Abschiebungsgefahr ausgenommen seien, was aber nicht der Fall ist.53 So werden in steigender Zahl Kinder48 auf diese Reise geschickt, nicht nur bei uns sondern weltweit. Dies geschieht mit der Hoffnung, dass diese dann ihre Familien nachholen bzw. den Familien später Geld schicken können.

 

Frauen wird durch ihre Familien die Reise ermöglicht, wenn sie durch uneheliche Kinder Schande auf sich geladen haben oder wenn sie in höherem Alter noch unverheiratet sind. Die Familien hoffen, dass sie in Europa einen verständnisvollen Partner finden, der dann auch das bei den Großeltern gelassene Kind nach Europa nachholt.

 

Dazu kommen junge Männer, die im Heimatland arbeitslos sind, auf der Suche nach Arbeit.

 

Nicht akzeptieren, sondern anprangern, was zum Wohle aller zu verhindern und wieder abzuschaffen ist

 

Nicht kommuniziert wird im Heimatland, welche Schrecken durch Vergewaltigungen durch die Schlepper Frauen zu erdulden haben, bis sie hier ankommen, wie die Ahnungslosigkeit von Kindern ausgenutzt wird und wie die Angekommenen nicht selten in sklavenartiger Abhängigkeit von ihren Landsleuten illegal49 unter unsäglichen Bedingungen in den Aufnahmeländern in Werkstätten, Fabriken oder in Heimarbeit arbeiten, in denen sie die ansonsten ihre Heimatländer verlagerte Produktion gleich vor Ort erledigen. Lokale Kontrollbehörden werden bestochen bzw. trauen sich nicht gegen diese ausländischen Unternehmer vorzugehen, wie sie es gegenüber inländischen tun würden. Sie befürchten in die rechte Ecke gestellt zu werden oder sind zur Kulanz aufgerufen, weil man ja vom ausländischen Unternehmer nicht die Kenntnis aller deutscher Gesetze verlangen könne. Gewerkschaften und Betriebsräte gibt es nicht.

 

Als Christen sollten wir dieses Tabu brechen und wo wir von solchen Zuständen erfahren, sei es in Wohnheimen oder in Fabriken, den Mut haben, dies anzuprangern. Die Angst der Informanten als Illegale dann ausgewiesen zu werden bis hin zu den dann zu erwartenden Morddrohungen hindern zur Zeit um diese Zustände Wissende oft daran.

 

Schließlich sollten wir uns von dem zur Schau gestellten Reichtum der Vermögenden nicht blenden lassen, sofern wir zu den Wohlhabenden der entsprechenden Volksgruppe Kontakt haben. Äußerst prachtvolle Empfänge und Mahlzeiten mit hunderten Gästen gehören in jenen Gesellschaften zum Leben dazu und es wird für unser Empfinden maßlos viel Geld in diese gesellschaftlichen Kontakte auf Feiern mit Landsleuten und einzelnen geladenen deutschen Freuden und Partner investiert. Geburten von Kindern, Einschulungen, Geburtstage, Hochzeiten und vieles mehr wird gefeiert, ob man es sich leisten kann oder sich dabei verschuldet. Es gehört dazu.

 

Einander auf Augenhöhe begegnen

 

Wenn wir dagegen in den Ankommenden die Armen sehen, denen wir als die in einem reichen Land Lebenden helfen sollten, unterschätzen wir den Reichtum jener Länder und überschätzen unseren.

Die Herkunftsländer jener sind zumeist reich an Rohstoffen, unseres dagegen arm. Jene Länder sind reich an Menschen und vor allem jungen Menschen, uns fehlen sie.

Die Menschen dort sind sehr stark familiär gebunden und geprägt. Bei uns herrschen instabile Patchworkfamilien inzwischen vor. Für unser Leben hier spielt der Staat und die geltenden Gesetze eine wichtige Rolle. In den Herkunftsländern herrschen Korruption und Willkür und man hält sich vom Staat möglichst fern und erwartet von ihm nichts, ist aber auch nicht bereit, für ihn etwas zu tun.

Nicht unterschätzen sollten wir den Druck, unter dem die Ankommenden stehen, die in die Reise investierten Mittel wieder zubekommen und Geld ins Heimatland transferieren zu müssen.

Nicht überschätzen sollten wir ihr Interesse an unser deutscher Kultur, Geschichte, Sprache und Politik. In Europa und Deutschland mal gewesen zu sein und entsprechende Fotos mit Wiedererkennungswert durch entsprechende Bauwerke ist für Wohlhabende in vielen Ländern ein Statussymbol, aber spricht nicht für ihr Interesse an unserem Leben hier. Dem entsprechend wird auch die Kenntnis der deutschen Sprache nur für das Notwendigste als wichtig erachtet. Der kulturelle und kommunikative Mittelpunkt des Lebens bleibt für die meisten das Heimatland.

Neuankömmlinge in die Gemeinden oder nach Hause einzuladen ist eine nette Geste, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie oft unsere Kontakte nicht benötigen, weil sie genügende in ihrer eigenen Community haben bzw. jene aufbauen müssen, um hier bleiben und zurecht kommen zu können.

Ein Interesse unsererseits an der Kultur, Gebräuchen, Festen, der Religion, Geschichte und Sprache der Neuankömmlinge ist für die Kontakte hilfreich, stößt aber an Grenzen, wenn man es wie in Heimen mit zu vielen Nationalitäten zu tun hat.

Kontakte sollten wir zu ihren christlichen Gemeinden hier knüpfen und sie als gleichberechtigte Partner wahr- und annehmen, ihnen Räume zur Verfügung stellen und sie unterstützen sowie gemeinsame Gottesdienste und Feste feiern, sofern dies aufgrund der anderen Frömmigkeit und Strukturen möglich ist. Auch bei ihnen dürfen wir kritische Fragen stellen und uns auch von ihnen distanzieren, wenn wir erlebte Praktiken nicht gutheißen können.

Wenn wir auf Menschen treffen, die über keine Bindung zur eigenen Community verfügen oder sie bewusst nicht suchen und offen sind für echte Kontakte zu uns Einheimischen, sollten wir offen sein und sie darin unterstützen, werden aber nach nicht langer Zeit auch die Gründe dafür erfahren. Besteht der Grund darin, dass aus der eigenen Volksgruppe hier vor Ort niemand weiteres vorhanden ist, sind die Chancen zur Integration groß, kommen jedoch in späterer Zeit weitere Landsleute dazu, ist es ein natürlicher Prozess, dass eine Community entsteht und die Kontakte zu Einheimischen weniger werden bzw. wenn sie erhalten bleiben, der Einheimische nun zum Gast in der jeweiligen Community wird, also Gast „im eigenen Land“.

Insgesamt gilt, dass wir den Ankommenden auf Augenhöhe begegnen und uns nicht als die Starken zu Ihnen als den Schwachen hinabbeugen sollten. Das Bild, das die Medien von ihnen zur Zeit zeichnen, als wären sie alle traumatisiert und hätten Schlimmes durchgemacht, ist nicht hilfreich und sollte im konkreten Fall überprüft werden.

Dort wo es sich tatsächlich um Kriegsflüchtlinge handelt und ihr Status im Heimat- oder Nachbarland von deutschen Behörden so anerkannt wurde, ist es etwas anders. Aber dies betrifft von den 407.508, die  2012 bis 2014 hier Asyl beantragten nur die 20.000, die als syrische Kontingentflüchtlinge aufgenommen wurden, also aus Gründen des Krieges. Das sind ca. 4,7 % derer, die Asylanträge stellten.  "Allgemeine Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind .. als Gründe für eine Asylgewährung grundsätzlich ausgeschlossen." heißt es in der Erklärung des Begriffs des "politischen Asyls" auf der Webseite des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge33.

Alle anderen sind mit eigenen Mitteln hierher gekommen und längst nicht alle haben alles verfügbare Geld für die Reise verbraucht bzw. sind ausgeraubt worden, so dass sie hier mittellos angekommen sind. Viele sind nicht darauf angewiesen, dass die Einheimischen nun ihre Kleiderschränke ausräumen und all das, was sie zu viel haben, ihnen bringen.

Das selbe gilt für Spielzeug, Hausrat und Möbel. Ähnlich wie deutsche ALG II-Empfänger Gelder nutzen, die ihnen vom Amt zustehen, z.B. für eine Erstausstattung auch wenn sie etwas Ähnliches geschenkt bekommen könnten, so auch Asylbewerber. Etwas Neues hat für sie mehr wert als etwas schon Gebrauchtes. Auch kann man Geld, das einem zusteht, wegen geschenkter Gebrauchtwaren nicht verfallen lassen. Das könnte für den Staat ja ein Grund sein, diese Gelder künftig zu streichen.

Wer als Einheimischer den hier Ankommenden unvoreingenommen, freundlich, hilfsbereit und auf Augenhöhe begegnet, wird in der Regel durch Aufnahme in die andere Community mit Herzlichkeit, Offenheit, Dankbarkeit und viel Fröhlichkeit entschädigt. Echte Freundschaften können so entstehen. Menschen verlieben sich, heiraten und bekommen Kinder. Das ist normal in der Begegnung von Kulturen, weil, wie das Sprichwort sagt, Gegensätze sich anziehen und das Fremde nicht nur für uns interessant ist, sondern auch für die anderen.

Über diese Art von Kulturbegegnung kann man schon im Alten Testament51 alles Wichtige lesen. Auch damals gab es schon Gegenbewegungen und Widerstände gegen gemischte Ehen, die bei allen menschlichen Härten doch auch wichtig waren, um die jeweils eigene Kultur nicht in der Mehrheitsgesellschaft aufgehen zu lassen, sondern über die Jahrhunderte zu erhalten.

 

Staatliche Gesetze müssen für alle gelten, auch für die Neuankömmlinge

 

Wir dürfen Integrationsbereitschaft und Sprachkenntnisse erwarten und fordern, sofern wir unserer deutschen Kultur, Geschichte, Literatur, unserem Rechtssystem... zutrauen, einen unverzichtbaren Beitrag für die Menschheit und künftige Genrationen beisteuern zu können, genauso wie wir dies jedem andern Volk auch zugestehen.