Predigt am 17.10.2021 in Ahrensfelde über Micha 6,8: Was ist gut? - Haben wir heute ein Problem damit?

 

Predigt am 10.10.2021 in Blumberg über den Jakobusbrief 5,13-16: Für Kranke beten und ihnen die Hände auflegen?

 

 

Predigt am 19. September 2021 in der Dorfkirche Ahrensfelde1 über 2. Timotheus 1,10b:

 

„...Jesus Christus hat den Tod zunichte gemacht, Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht durch das Evangelium.“

 

Liebe Gemeinde,

heutzutage halten viele – auch unter uns Christen – dies für eine Illusion, die zwar tröstlich ist, aber mit der Realität des Lebens nichts zu tun hat. Das bekomme ich immer wieder zu spüren, seitdem ich mich bemühe, das Jahr 2033 ins Gespräch zu bringen. Dann wird es 2000 Jahre her sein, dass Jesus starb und auferstand und diese Nachricht zusammen mit den beiden Wörtern „für uns“ zur frohen Botschaft für Menschen aller Völker wurde.

Mir aber wird immer deutlicher, dass wir Menschen heute großen Illusionen, also Wunschträumen erliegen, die mit der Realität nichts zu tun haben. Da ist zuerst die Illusion im Blick auf die Zeit. Mir ist jetzt beim Abschreiben alter Predigten eine Erkenntnis wieder wichtig geworden, zu der ich 1987 durch die Beschäftigung mit Jesaja 2,1-5 gekommen bin, den Text in dem es um das Umschmieden der Schwerter zu Pflugscharen geht. Man sah damals die Zeit umgekehrt wie wir heute: die Zukunft lag nicht vor einem, sondern hinter uns. Das heißt, man war sich bewusst, dass man nicht wissen konnte, was in der Zukunft passieren würde, weil man es nicht sah. Vor den Menschen lag die Vergangenheit. Sie kannte man durch eigenes Erleben, Erzählen und durch die heiligen Schriften, die die Geschichte Gottes mit seinem Volk berichteten.

Ich habe im Internet nachgesehen, ob andere auch schon diese Erkenntnis hatten. Ich landete zuerst bei einem Ruderklub, der Rückschau auf 25 Jahre seiner Existenz hielt2. Gleich der Erste schrieb, ein Theologe hätte ihm erzählt, dass es bei den Juden anders sei als bei uns und verglich ihr Zeitverständnis mit dem Rudern. Die Ruderer sehen nicht, wohin sie rudern. Sie müssen sich dafür umdrehen oder brauchen einen Steuermann. Wir dagegen heute seien wie Paddler im Blick auf unsere Vorstellung von der Zeit. Wir meinen zu wissen, wohin unsere Fahrt geht. Wir setzen uns Ziele, auf die wir lossteuern. Aber paddeln wir wirklich durch die Zeit?

Jetzt im Ruhestand habe ich Zeit, Zeit auch das bisher Erlebte zu bedenken. In 65 Jahren ist schon eine ganze Menge passiert. Einschneidend war vor allem die Wende vor nun schon 32 Jahren, der Zusammenbruch des sozialistischen Weltsystems, ohne dass man dem Klassenfeind dafür die Verantwortung zuschieben konnte. Ich habe festgestellt, dass man bis heute in der Wissenschaft rätselt, warum das damals passiert ist.3 Gerechnet zu diesem Zeitpunkt hatte jedenfalls keiner ernsthaft damit, ebenso nicht mit dem Zerfall der Sowjetunion und Jugoslawiens in unabhängige Staaten und mit dem schrecklichen Krieg in Jugoslawien. Völkerfreundschaft erwies sich als Illusion in diesen beiden Staaten wie überhaupt die Verhältnisse zwischen den sozialistischen Ländern.

Haben wir nun heute keine Illusionen mehr? Manche Prophezeiungen von rasanter technischer Entwicklung haben sich bewahrheitet, so dass man annehmen könnte, es gehe immer so weiter. In dieser Woche Donnerstag kam die Meldung von den vier Weltraumtouristen, die erstmalig drei Tage lang ohne ausgebildeten Astronauten nur ferngesteuert im All sind. Hochfliegende Träume werden wahr?

Wir wissen und merken es nun selbst: Auch andere Prophezeiungen werden wahr: Der Klimawandel, lange vorhergesagt von der Wissenschaft seit den 70er Jahren. Auch den Tod wollen etliche abschaffen, mittels Medizin eine Verjüngung des Körpers erreichen, wie Ray Kurzweil4, ein Computerspezialist und ehemaliger Technikchef von Google. Er will nicht sterben und setzt sein Geld dafür ein. Wir werden angehalten in die Zukunft zu blicken, auf sie zu hoffen, dass die Medizin Fortschritte mache und unsere Krankheit heilen könne und wir zumindest länger leben würden.5

Wir Christen blicken traditionell in die Vergangenheit: 2000 Jahre und mehr zurück und sagen: Der Tod ist besiegt – damals schon durch Jesus. Doch wen wir hier herausgehen aus der Kirche stehen wir vor den Gräbern. Ja. Aber dieser Friedhof wurde von unseren Vorfahren wie so viele andere um die Kirche herum angelegt, um uns deutlich zu machen: Hier vor Gott gibt es keine Toten. Für ihn leben sie alle. Daran sollten wir erinnert werden, wenn wir zum Gottesdienst zusammenkommen, nicht an den Tod, sondern an das Leben! So wurden die Leichname und das Gedenken der Toten nicht weit außerhalb an den Rand der Städte verbannt, sondern sogar in die Kirchen hinein geholt, wie wir in vielen alten Kirchen an den Grabsteinen an den Wänden oder eingelassen in den Boden sehen.

Ich behaupte: Es ist eine Illusion zu meinen, wenn jemand tot ist, sei er weg, mehr weg als wäre er irgendwohin gegangen, wo wir keinen Kontakt zu ihm haben können. Sterben heißt weggehen und darum ist es wichtig, sich vorher zu verabschieden und sich rechtzeitig darauf vorzubereiten, indem man seine Sachen für diesen Zeitpunkt ordnet und übergibt an die Hierbleibenden. Mitnehmen kann ich bekanntlich nichts auf diese Reise, nicht einmal meinen Körper. So sollte ich auch regeln, was mit ihm geschieht und das tun wir ja auch allermeist.

„Du lebst in unserem Gedächtnis fort.“ - So oder ähnlich versprechen manche Angehörige auf dem Grabstein. Doch auch das ist eine Illusion. Unser Gedächtnis merkt sich nicht unbedingt, was wir uns merken wollen, sondern oft auch das, an was wir uns nicht mehr erinnern möchten. Und nicht nur unser eigener Kopf funktioniert so, sondern auch das Gedächtnis der Völker.

Wir Menschen sind bei unserem Handeln sehr kurzsichtig, weil wir die Zukunft nicht sehen, nicht kennen, ja eigentlich blind. Welcher Mord würde begangen, wenn man wüsste, dass altes ans Licht kommt, welcher Krieg würde begonnen, wenn man ahnte, wie er endet. Hätte es das zwölfjährige dritte Reich gegeben, wenn man gesehen hätte, dass danach Deutschland in Schutt und Asche liegt, viel kleiner ist als vorher und so viele Millionen Tote zu beklagen hat und und und...

Hätte unser Kaiser Wilhelm II. sich auf den Krieg eingelassen, wenn er gewusst hätte, dass die Herrschaft der Hohenzollern damit nach 503 Jahren endet und er selbst ins Exil flüchten muss?

Hätten Hitler und Co die Judenvernichtung beschlossen, wenn sie vorausgesehen hätten, wie hochgeehrt die Überlebenden heute sind und sicher auch dadurch die Existenz des Staates Israel erst möglich wurde?

Hätten Arbeiter sich auf einen Kampf für den Sozialismus eingelassen und ihr Blut vergießen lassen in den Revolutionen, wenn sie gewusst hätten, dass es nach 40 bis 70 Jahren so ein Ende nehmen würde? Unsere Welt würde ganz anders aussehen, wenn wir die früheren oder späteren Folgen unserer Handlungen voraussehen könnten.

Zielorientiert soll man heute arbeiten, auch in Kirchengemeinden wird uns von Unternehmensberatern nahe gelegt. Alles andere gilt als unprofessionell.

Bei etlichen Zielen, die wir Menschen so hatten, gab es die Bereitschaft, auf dem Weg dahin über Leichen zu gehen. Man hat nicht bedacht, dass heute die Zahlen der Opfer für jeden im Internet weltweit nachlesbar sind und man selbst als Mörder in die Weltgeschichte eingeht, das aber, was man mit seinem Ziel erreichen wollte, längst Vergangenheit ist. So mancher erlebt dies noch und sieht sich reell auf der Anklagebank, auch wenn er vorher auf dem Thron saß. Das, was war, liegt offen vor denen, die es sich nun anschauen und Gericht darüber halten. Gerichte urteilen immer über die Vergangenheit, über das, was war, und forschen nach. Das ist interessant und interessiert viele.

Wir sagen: „Die Zeit vergeht.“ Das ist eine Illusion. Der Zeiger an der Uhr dreht sich. Aber die Zeit, die war, die bleibt. Wir haben sie erlebt. Es ist nachvollziehbar, was wir da gemacht haben, selbst wenn wir schliefen. Die Zeit ist angefüllt mit all dem, was in ihr geschah. Man kann das zurückverfolgen über Jahrhunderte, Jahrtausende, was am Himmel geschieht selbst über Jahrmillionen. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, neue Urteile über das, was war.

Jesus hat die Unvergänglichkeit ans Licht gebracht. Man sagt heute: Das Internet vergesse nichts. Und da sollte Gott etwas vergessen, dem wir doch diese ganze wunderbare Welt verdanken? Jede Blüte, das kleinste Lebewesen ist ein Wunder. Selbst dieser Virus, der unsere ganze Welt nun schon seit 1,5 Jahren lahm legt!

Wie wenig wissen wir Menschen von all dem bisher, die wir uns doch auf der Höhe der Zeit fühlen! Wenn die Entwicklung so weitergeht wie bisher, wie wird man uns heute wegen unserer Unwissenheit künftig belächeln, bestenfalls – falls wir nicht auf der Anklagebank sitzen! Wir wissen es nicht. Wir können nur aufgrund unserer Erfahrungen aus der Vergangenheit unsere Schlussfolgerungen ziehen. Es ist nur die Frage, wieweit zurück bzw. nach vorn in die Vergangenheit wir blicken. Reicht unser Blick bis zu Jesus? Die Jünger gingen nach Hause an ihre alte Arbeit. Doch da trafen sie ihn, den Auferstandenen und er schickte sie mit der frohen Botschaft zu Menschen aller Völker: „Das ist für Euch geschehen, damit auch Ihr wisst: Der Tod hat keine Macht mehr. Er wirkt nicht mehr, ist wirkungslos. Er ist beseitigt.“

Menschen haben darauf so vertraut, dass sie sich lieber hinrichten ließen, als das zu widerrufen, als Erster Stephanus, dessen letzte Worte laut der Apostelgeschichte (7,55-60) waren: „Siehe, ich sehe die Himmel geöffnet und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen.“... „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“... „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!“ - die Sünde der Steinigung. Im Unterschied zu den orthodoxen Kirchen denken wir Evangelischen nur selten an die Märtyrer der frohen Botschaft, auch nicht an jene, die heute dafür sterben oder zumindest Verfolgung und Nachteile dafür in kauf nehmen. Dabei ist das alles nicht allzu weit weg. Wie viele Märtyrer hat es unter den Christen in der Sowjetunion gegeben, in China, Albanien, aber auch in anderen sozialistischen Ländern! Uns ging es hier unter den Augen unserer westdeutschen Schwestern und Brüder noch am allerbesten. Dafür ist das Christentum in jenen Ländern, in denen man es schon lange für fast tot und besiegt hielt, im Gegensatz zu uns hier wieder aufgeblüht. Wie viele Mühe hatte man sich gegeben, nicht nur mit Gewalt, auch mit Hilfe von Wissenschaft und Bildung, Staatssicherheit und geheimdienstlichen Methoden zur Unterwanderung der Kirchen die Beseitigung des Glaubens an Jesus zu erreichen! Das ist nun Vergangenheit und Thema der Geschichtswissenschaft6, jedenfalls bei uns.

Aber auch der Glaube an Jesu Auferstehung und Gottes Macht scheint bei uns weithin Vergangenheit zu sein. Der Tod wird verdrängt – immer noch, obwohl er durch die Diskussion über die aktive Sterbehilfe mal eine Zeitlang in den Medien war, ja, und durch die Zahlen der Corona-Toten nun seit 1,5 Jahren. Übt er Macht über uns aus oder ist es der internationale Wettbewerb, wer am besten mit dem Problem umgeht?

Wenn es kalt wird, ziehen wir uns eine Jacke an und fangen an zu heizen. Wenn eine Seuche droht, müssen Menschen möglichst Abstand von einander halten und die Erkrankten in Quarantäne. Das wusste man schon im Mittelalter und in noch älterer Zeit. Seuchen erinnern uns Menschen daran, dass wir nicht alles im Griff haben, dass wir die Zukunft nicht kennen, auch nicht die Folgen unseres Tuns. Es scheint so, als habe der Tod doch noch Macht über uns. Aber ist es nicht viel mehr unsere Angst vor ihm, vor dem Durchkreuzen all unserer Pläne und Ziele?

Wir Menschen wissen seit eh und je, dass es gilt, eines Tages Abschied von einander zu nehmen, aber seit Jesus mit den Worten: „Auf Wiedersehen!“, denn wir sind alle auf dem Weg zu ihm, bei dem wir uns wiedersehen werden: bei Gott. Den Weg zu ihm zeigt uns Jesus: „Folgt mir nach!“ sagt er uns. Auf diesem Weg sind wir nicht allein, sondern mit vielen Schwestern und Brüdern aus allen Völkern unterwegs und darum fröhlich und dankbar bis zum Wiedersehen.

Dass die Zukunft aber hinter uns liegt, braucht uns keine Angst zu machen, denn wir wissen, hinter uns steht Gott, der uns den Rücken stärkt und dann schließlich in die Arme nimmt, wenn die Vergangenheit vor uns aufgehört hat, noch länger zu werden. Amen.



Fürbittengebet:

Herr, wir danken Dir für die Wunder Deiner Schöpfung, die uns vor Augen sind und für all die, die wir durch Nachforschen entdecken können oder von denen die Wissenschaften uns heute berichten. Alles, was wir Menschen heute können, hast Du an Möglichkeiten in deine Schöpfung hineingelegt! Herr, wir schreiben es uns selbst zu, der eigenen Klugheit, Beharrlichkeit im Forschen, dem eigenen Tatendrang. Wie viele Auszeichnungen werden heute dafür verliehen, wie viele Anerkennung wird Menschen zu teil für ihr Können, aber Dich, unseren Schöpfer verlieren wir immer mehr aus den Augen.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich!

Gütiger Gott, die Vergangenheit liegt vor uns wie eine riesige Landkarte. Je genauer wir hingucken, umso mehr erfahren wir. Wir lernen zu verstehen. Herr, wie reich sind wir durch dieses Wissen, durch das Geschenk der Heiligen Schrift, die Geschichte Deines Volkes Israel in mehr als 100 Jahren dort beschrieben. Wir sehen Jesus vor uns, seine Jünger, Maria, Martha und Lazarus7 und dürfen wissen, dass es dabei um uns geht, um unsere Angst vor dem Tod, vor dem Verlust eines geliebten Menschen und dem eigenen Ende. Lass uns Deiner Macht vertrauen, die stärker ist als unsere Angst, ja als der Tod. Du schenkst uns Leben selbst da, wo alles zu Ende scheint. Wir bitten Dich, stärke unseren Glauben und lass uns Deine Zeugen sein.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich!

Allmächtiger Gott, wir bitten Dich für alle, die meinen, ein Recht zu haben über ihr eigenes Leben und sein Ende selbst bestimmen zu dürfen, wie für jene, die dieses Recht sich über andere anmaßen.

Herr, schenke uns Geduld miteinander und mit uns selbst, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, das zu leisten, was wir uns vorgenommen haben oder von uns gefordert wird. Wenn wir uns doch ansehen könnten als Geschwister, die miteinander auf dem Weg sind zu Dir.

Wir bitten Dich, schenke uns Gewissheit, dass Sterben und Tod uns zu Dir führen. Hilf uns darauf vorbereitet zu sein, wenn Du uns rufst, Abschied zu nehmen, einander zu vergeben und Frieden zu finden, dankbar für dieses Leben hier und bereit zu sein für das Neue, was Du uns schenken willst durch das ewige Leben.

Herr, Dir vertrauen wir unsere Kranken an, all jene, die heute nicht hier sein können, es aber gerne wären, auch all jene, die auf Reisen sind.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich!

Für die Kinder ist schon viel vorbereitet heute. Ein Konzert erwartet uns. Habe Dank für all diese Mühen und jene, die dies alles durchführen werden, und sei bei uns heute und alle Tage! Mache uns und sie alle Deiner Macht, Weisheit und Liebe sicher und gewiss! So rufen wir mit den Worten Jesu: Vater unser...



1wie ich sie vorbereitete hatte, habe dann zum Teil noch etwas weiter ausgeholt und ausführlicher erklärt

2https://angaria.de/index.php/2020/07/28/vor-uns-die-vergangenheit/ : Rudergemeinschaft Angaria Hannover e.V.Altherrenschaft Vor uns die Vergangenheit – Ein Rückblick auf 25 Jahre Pfingstwanderfahrten, Veröffentlicht am 28. Juli 2020 von Medienwart - – Zugriff am 29.8.2021

3Vgl. Nadezzhda Beljakova, Thomas Bremer, Katharina Kunter: „Es gibt keinen Gott“ Kirchen und Kommunismus. Eine kOnfliktgeschichte, Freiburg im Breisgau 2016, S. 207

5Vgl. Elisabeth Hurth: Das Ende des Alterns, Deutsches Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt Nr. 9/2021, s. https://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/aktuelle-beitraege?tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Baction%5D=show&tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Bcontroller%5D=Item&tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Bitem%5D=5279&cHash=54a9f1df0774b5b7207976672ec1bdd8

6s. Literaturangabe Anmerkung 3

 

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Predigt, schriftlich vorbereitet für den Gottesdienst am 11. Juli 2021 in der Dorfkirche Ahrensfelde, - dann aber frei und nicht wörtlich so gehalten - über Matthäus 28,11-20:

Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa, auf den Berg, wohin Jesus sie befohlen hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich nieder; einige aber zweifelten.
Und Jesus trat zu ihnen und sprach: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“1

Liebe Gemeinde,

das neue Leben, das wir durch unsere Taufe von Gott empfangen haben, ist heute das Thema des Gottesdienstes. Ich möchte mich heute auf die beiden Worte Jesu konzentrieren: „alle Völker“, „geht hin zu allen Völkern sie lehrend /lehrt sie, wie ich Euch gelehrt habe und tauft sie.... und unterrichtet sie darin alles zu halten, was ich Euch geboten habe“ - möchte ich übersetzen.

„Alle Völker“ - liebe Gemeinde. Wir sind doch gewohnt zu meinen, dass es natürlich sei, dass wir Deutschen in Deutschland, die Polen in Polen, die Schweden in Schweden wohnen, also von Nationalstaaten auszugehen.

Am letzten Wochenende war ich zum ersten Mal in Stolpe an der Oder, rund eine Autostunde von uns entfernt. Dort habe ich den Turm2 kennengelernt und erfahren, dass er im 12. Jahrhundert von dem Dänenkönig Knut VI. errichtet wurde. Er soll die dicksten Mauern von all solchen Burgtürmen in Deutschland haben und wurde 1445 vom brandenburgischen Kurfürsten erobert und war seitdem eine Ruine. Eine meterhohe Schuttschicht lag oben auf dem Turm und schützte ihn vor Verwitterung. Als nach 500 Jahren 1945 die Rote Armee ihn beschoss, passierte nichts und so gab man den Beschuss schnell wieder auf.

Mir war völlig neu, dass die Dänen rund 200 Jahre hier so nah bei Berlin mal geherrscht haben. Darum habe ich mich zu Hause im Internet informiert. Im 12. Jahrhundert gehörte die Gegend zu Pommern. Dort herrschten slawische Fürsten. Sie wurden nach verlorenen Schlachten dem Dänenkönig untertan, die ihnen zuerst Rügen und dann eben auch das Land an der oder abgerungen hatte.

Wir hier in Berlin-Brandenburg gehören zu den wenigen Landstrichen in der Welt, die 500 Jahre von einer Familie beherrscht wurden, den Hohenzollern, und zu den wenigen Ländern, wo dies erst 100 Jahre her ist und uns also noch sehr prägt, sodass wir es als ganz unwichtig empfinden, dass hier auch mal Slawen lebten und Dänen regierten. Aber diese 500 Jahre der Hohenzollern sind ein Glücksfall in der Geschichte und längst nicht überall ist das so.



In dieser Zeitung von 2009, die ich gekauft, aber erst in dieser Woche gelesen habe, ist ein Artikel über das heilige Land,3 der fragt, wie ein Land überhaupt heilig sein könne und dann die vielen Kriege aufzählt, die vielen Großmächte, die im Laufe von 3000 Jahren dort schon herrschten, bis hin zu dem Kämpfen in heutigen Tagen – ein spöttischer Artikel im Blick auf das Wort „heilig“.

Ja, dieses Land ist einfach strategisch seit jeher für die Großmächte wichtig gewesen, dieser schmale fruchtbare Streifen Land entlang des Jordan, weil sonst ringsum alles Wüste war und hohe Berge. Unser Brandenburg – die „Streusandbüchse“ - wie es genannt wurde – da war nicht viel zu holen und der Osten war mit seinen Weiten und Wäldern schon immer für die meisten weniger interessant als der Westen. Für den Handel nutzte man lieber den Seeweg über die Ostsee und die Flüsse.

Aber so wie die Handelswege verlaufen, so die Sehnsucht der Menschen, die Wünsche. Sie richten sich bei den meisten von uns doch sicherlich wie bei mir nach Süden und Westen. Sicher gibt es auch unter uns welche, die mehr die Ruhe und Einsamkeit des Nordens und des Ostens wie die der Masurischen Seen lieben. Aber die Mehrheit auch unserer Touristen fährt doch lieber in den Süden.

Jesus spricht von allen Völkern. Nur weil seine Schüler seinen Auftrag in die Tat umsetzten, sind wir heute hier zusammen gekommen und denken über seine Worte nach.

Um alle Völker zu erreichen, muss man erst mal ihre Sprachen lernen, um mit den Menschen reden zu können und dann die Heilige Schrift in diese Sprache übersetzen. Auch damit sind wir Christen weltweit bis heute beschäftigt und von den 7000 heute noch existierenden Sprachen sind zumindest Teile der Bibel in etwa die Hälfte davon übersetzt4. Da man mit nur 24 der wichtigsten Sprachen 2/3 der Menschheit erreicht5 und viele Menschen zudem mehrere Sprachen sprechen und, sind wir damit schon ziemlich weit, und die Bibel ist das am häufigsten übersetzte Buch der Welt. Das wissen wir alle.

Aber wie ist es mit unserer ganz persönlichen Einstellung zu diesen beiden Wörtern: „alle Völker“? Hat nicht jeder von uns seine ganz persönliche Hierarchie, vielleicht auch mehrere, wenn es um verschiedene Gebiete geht, in der Politik eine andere als beim Essen / im kulinarischen Bereich?

Aber stellen wir uns mal vor, jetzt käme jemand hier zu uns aus einem Volk, das bei uns ganz unten steht oder das uns fremd ist, wobei die Frage der Fremdheit ja noch etwas anderes ist, als jemand aus einem Volk, das wir zu kennen meinen und dem wir negative Eigenschaften zugesellen.

Da gibt es ja auch die anderen Nationalitäten in unserer Hierarchie, denen wir positiver Eigenschaften zuschreiben und die deshalb ganz oben stehen, für uns interessant sind als Gesprächspartner und Freunde. Wie haben wir uns in DDR-Zeiten über Westbesuch gefreut! Wie überhaupt über Besuch aus der uns damals verschlossenen Welt!

Ihre Gemeinde hat den Kontakt zu Kuba all die Jahre bewahrt. Das rechne ich Ihnen hoch an. Für mich war Kuba zu DDR-Zeiten ein Traumland, nicht nur wegen des Südens, sondern auch weil – so schien es mir – der Sozialismus eines Fidel Castros uns Christen offener gegenüber stand als bei uns hier, wo wir als potentielle Klassenfeinde galten, als mittelalterlich verstaubt und als solche, die schon von allein bald aussterben würden.

Sicher dienen andere Völker auch dazu, dass wir auf sie unsere eigenen Wünsche projizieren, und je weiter weg sie sind, umso leichter geht es. Wenn man sich dann wirklich begegnet, stellt man dann fest, dass das auch alles nur Menschen sind wie wir und die ganz ähnliche Probleme haben.

Wenn wir noch einmal an unsere eigene Hierarchie denken – ehrlich: Wer steht da jetzt ganz oben und wer ganz unten und wer mehr in der Mitte? Und wer kommt vielleicht auch gar nicht vor? Also die Dänen waren bisher überhaupt nicht in meinem Gesichtsfeld.

Inzwischen begegnen uns ja auch in Marzahn den verschiedensten Menschen und sind wir Ossis, die Vietnamesen und Russlanddeutschen nicht mehr weitgehend unter uns. Welche Gefühle lösen bei uns diese neuen Mitbewohner bei uns aus? Die Frauen mit den Kopftüchern? Die jungen Männer, die für uns unverständliche Sprachen sprechen? Die schwarzen Frauen und Männer mit Kinderwagen?

Wir brauchen nicht mehr in ferne Länder Missionare schicken. Die Völker sind zu uns gekommen und mit ihnen ihre Sprachen. Für mich ist das täglich Vietnamesisch, wie Sie sich sicher denken können. Ich erinnere mich an die Weltfestspiele 1973 hier in Berlin, als ich sie bei der Abschlusskundgebung sah, wie sie als damals schon „Fast-Sieger“ über die USA umjubelt wurden: „Das heldenhaft kämpfende vietnamesische Volk“!


Im Dezember 1989 fiel mir diese Zeitung in die Hände: „Fleißig aber unbeliebt. 60.000 Vietnamesen arbeiten in unserem Land /Steigerung der Produktion, aber auch leere Läden sind die Folge“ lautet die Überschrift in der Gewerkschaftszeitung „Tribüne“,6 für mich Anlass aus Protest gegen diese Kampagnge aus dem FDGB auszutreten. Ähnliches wurde über die Polen damals in den DDR Medien verkündet. Ich war entsetzt, wie die Genossen die bisherigen Brudervölker als (angeblich) Schuldige dafür opfern konnten, dass es so wenig bei uns zu kaufen gab. Aber nicht nur in den DDR-Medien verkehrte sich die Hierarchie der Völker mit der Maueröffnung in ihr Gegenteil, wenn wir ehrlich sind, sicher auch bei uns.

Wie fühle ich mich, wenn ich von meinen Kontakten in die Schweiz erzähle und wie, wenn ich von denen nach Tansania rede? Wie fühle ich mich, wenn diese Glaubensgeschwister manch mal besuchen würden? Das sind so Testfragen im Blick auf mich selber, meine Familie, unsere Gemeinde. Worüber freue ich mich? Wo habe ich Herzklopfen und wo frage ich lieber nicht so genau nach und suche nicht den intensiven Kontakt? Das hängt ja doch wohl in erster Linie nicht davon ab, wie gut man sich sprachlich verständigen kann, sondern vor allem von meiner inneren Wertehierarchie im Blick auf die Völker.

Ja, es gab andere Zeiten, da standen die Polen ganz oben für mich, 1980 – und ich habe mit darunter gelitten als das Kriegsrecht dort ausgerufen wurde und mit den Tschechen gefühlt 1968, mit denen die in die Verbannung auf's Dorf geschickt wurden...

Wenn es diese anderen Zeiten bei uns gab, dann können wir daran auch wieder anknüpfen und unsere Wertehierarchie vielleicht auflösen in eine Waagerechte, in der alle nebeneinander stehen.

Ein Volk wird dann immer noch ein ganz besonderes sein: das Volk Gottes, Israel, das Volk Jesu – einzigartig in der Weltgeschichte bis heute.

Jesus sagt: „Alle Völker“ - er sagt es zu seinen Jüngern, zu seinen Schülern, den Juden. Zu diesen „allen Völkern“ dürfen auch wir uns rechnen und sehr, sehr dankbar sein, dass vor mehr als 1000 Jahren Jesu Gesandte hier zu uns in den Norden kamen, in diese „Streusandbüchse“, ins Land der Wälder und Seen, kleinen Dörfer und der Burgen. So wurden die Kirchen hier gebaut, nicht nur wie Tempel an zentralen Orten, sondern auch in den kleinen Dörfern und Orten dort an der Oder, kleine süße Kirchen, die heute noch weit sichtbar ein Zeichen dafür sind. Die Frage ist nur: Sind wir herzlich offen für alle Völker und Sprachen. Amen.


Fürbittengebet:

Jesus, Du Sohn Deines Volkes Israel, wir bitten Dich für Dein Volk, das auserwählte aus allen Völkern, dieses kleine Volk zwischen den Großen, lass es doch zu einer Lösung kommen in Palästina mit allen, die dort wohnen und deren Heimat es ist.

Nach all den Kämpfen der letzten Jahrzehnte, dem Bau der Mauer und der immer wieder abgeschossenen Raketen wagen wir kaum noch zu hoffen, dass Frieden möglich ist. Doch Du Herr, Du hast noch ganz andere Mittel. Herr, wir bitten Dich um Frieden für das Heilige Land und alle Völker dort, Nachbarn und Pilger.

Herr, erbarme Dich!

Jesus, Du, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden, wir bitten Dich, wehre allem Größenwahn von Menschen, die ganze Völker ins Unglück führen. Wehre dem Wahn, was alles machbar wäre, wenn wir nur erst genug wissen.

Herr, Du lehrst uns, uns selbst zu erkennen, unsere Schwachheit und sie anzunehmen, unser schuldig werden, unsere Fehler. Du nimmst uns die Last und machst uns frei, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, sie auszusprechen und dadurch frei zu werden. Schenke uns den Mut dazu, die Ruhe zum Nachdenken und Fragen und Menschen mit denen wir darüber reden können.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich!

Jesus, Du sendest auch uns zu allen Völkern, wie Du auch Menschen aus allen Völkern zu uns kommen lässt. Viele Gemeinden anderer Sprachen sind auch hier bei uns entstanden. Hilf, dass wir einander wie Geschwister begegnen, dass wir aufeinander zugehen, offen für den anderen.

Herr, wir danken Dir für unsere Kontakte nach Kuba nun schon so viele Jahrzehnte, für unsere Begegnungen und Besuche. Herr segne diesen Austausch und hilf, dass wir über alle Hindernisse hinweg erfahren: Du bist es, der uns eins sein lässt.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich!

 

Vater unser...



1 Züricher Übersetzung

2 s: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Stolpe – Zugriff am 14.7.2021

3 Straßenfeger 11/2009 S. 7, Das Heilige Land. Odrer: Ein Traum vom Framz Behla

4 s: https://de.wikipedia.org/wiki/Bibel%C3%BCbersetzung – Anfang 2021 in3435 Sprachen ganz oder teilweise.

5 Dieter Wunderlich: Sprachen der Welt, Berlin 2015, S. 35

6 Ein Artikel von Kerstin Graupner, Tribüne, Nr. 284 vom Sa./So. , 2./3.12.1989

 

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Hier  veröffentliche ich nun eine Predigt, die zwar älter ist, aber durch die  gegenwärtigen Corona-Krise, wenn auch nicht durch die angeführten Beispiele aus der Tagespolitik, so doch immer noch aktuell ist:

Predigt am 10.November 2002, dem drittletzten Sonntag des Kirchenjahres, in Berlin-Marzahn/Nord über 1. Thessalonicher 5,1-11:

 

Paulus schreibt dort: „Über Zeiten und Fristen aber, liebe Brüder und Schwestern, braucht euch niemand zu belehren. Ihr wisst ja selber genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn die Leute sagen: Friede und Sicherheit, dann wird das Verderben so plötzlich über sie kommen wie die Wehen über die Schwangere, und es wird kein Entrinnen geben. Ihr aber, liebe Brüder und Schwestern, lebt nicht in der Finsternis, so dass euch der Tag überraschen könnte wie ein Dieb. Ihr seid ja alle 'Söhne und Töchter des Lichts' und 'Söhne und Töchter des Tages'; wir gehören nicht der Nacht noch der Finsternis.

Lasst uns also nicht schlafen wie die anderen, sondern wach und nüchtern sein! Wer schläft, schläft des Nachts, und wer sich betrinkt, ist des Nachts betrunken, wir aber, die wir dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung. Denn Gott hat uns nicht dazu bestimmt, dass wir dem Zorn verfallen, sondern dass wir die Rettung erlangen durch unseren Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit wir alle miteinander, ob wir nun wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben werden. Deshalb: Redet einander zu und richtet euch gegenseitig auf, wie ihr es ja tut.“1

 

 

Liebe Gemeinde,

ob wir wachen oder schlafen, wir leben mit Christus, sagt Paulus. Ob wir leben oder gestorben sind, heißt das: Wir leben mit ihm. Leben wir mit ihm?

Ich möchte einmal in die Runde fragen: Welche Geschichte fällt uns von Jesus ein? Welche ist uns gerade jetzt besonders wichtig? Welche Geschichte oder welches Wort?

 

Das Reich Gottes ist mitten unter uns, wenn wir mit Jesus leben, wenn wir ihn kennen – all das, was in den Evangelien und Briefen von ihm erzählt wird. Wir leben mit ihm, wenn wir mit seinen Augen versuchen unsere Welt zu sehen. Was würde ihn beeindrucken? Worüber würde er zornig sein? Wo würde er die Leute stehen lassen und still weggehen? Was würde er sagen? Wo würden wir ihn heute finden?

Mit Jesus leben – ist das anstrengend? - das Leben immer wieder mit seinen Augen anzusehen? Reicht es nicht, das Leben mit den eigenen Augen anzusehen?

Ja, aber mit dem Sehen ist das so eine Sache, genau wie mit dem Hören. Wir sehen nicht alles, was da ist, wir behalten nicht alles, was wir hören. Wir haben sehen und hören gelernt aufgrund unserer Erfahrungen. Wir haben das gesehen, worüber andere sprachen und worauf sie mit dem Finger zeigten. Wir haben das gehört, worauf andere uns hingewiesen haben, worüber geredet wurde, was etwas bewirkte.

So sehen wir nicht nur mit den eigenen Augen, sondern auch mit den Augen unserer Zeitgenossen. Und da wir oft nur glauben, was wir gesehen haben, hängt davon auch unser Glaube ab.

Wenn unsere Zeitgenossen glauben, dass der Friede im Land von der Sicherheit, die wir haben, abhängt, dann haben wir die Argumentationen so oft gehört, dass wir geneigt sind, das zu glauben.

 

Ich weiß noch, wie ich das erste Mal hörte, dass Deutschland einen blauen Brief von der EU bekommen sollte weil wir so schlecht dastünden: am Ende aller Länder in der EU. Ich konnte es erst einmal nicht glauben, genauso wie ich das erste Mal von den Ergebnissen der Pisa-Studie hörte. Unser Schulsystem so schlecht? Wir müssen von den anderen lernen? Wir Deutschen? Wo wir doch gewohnt sind zu meinen, nach den Amerikanern die Besten und Größten in der Welt zu sein? Irgendetwas kann da doch nicht stimmen. Aber inzwischen hat man das so oft gehört und zum zweiten Mal wurde ein blauer Brief angekündigt. Wir hören nur noch von sparen und sparen. Da fange ich an, es zu glauben. Es ist vielleicht doch nicht mehr so viel los mit Deutschland. Wenn ich nun den Satz lese: „Wenn sie sagen werden: Es ist Friede und Sicherheit, dann kommt plötzliches Verderben über sie wie die Wehen über die schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen können.“ - dann verstehe ich.

 

Wenn wir Menschen das geschafft haben, wovon wir immer geträumt haben: unser Lebensziel wirklich erreicht haben, dann meinen wir oft, dass jetzt alles gut sei und nur noch weiter gut sein kann. So haben wir 1989 gedacht, als das Wunder der Maueröffnung in der Nacht vom 9. zum 10. November geschah. Der kalte Krieg war endlich vorbei. Die aufeinander gerichteten Waffen in Ost und in West waren sinnlos geworden. Die Menschen lagen sich in den Armen! Die DDR-Leute feierten die ganze Nacht und noch Tage lang auf dem Kuhdamm Es war nicht zu begreifen. Die Welt war für uns in einer Nacht eine total andere geworden.

Jahrzehnte hatte es geheißen: Wir sind nur sicher durch unsere Waffen und unsere starken Verbündeten – auf beiden Seiten – und auf einmal war alles ganz anders. Ich dachte an die Mauern von Jericho, von denen erzählt wird, dass die Posaunen blasenden Israelis sie zum Einsturz gebracht hätten. Eine unglaubliche Geschichte der Bibel fing auf einmal an zu leben.

So ist es doch auch sonst mit dem Leben. Ganz unbemerkt übernehmen wir die Sichtweise der Mehrheit der Menschen um uns herum auf unserer Welt. Da ist es gut, wenn wir seit unserer Kindheit die biblischen Geschichten kennen und sie sich uns eingeprägt haben. Wenn dann die Welt oder unser Leben plötzlich so ganz anders ist, als wir meinen, dass es sein müsste, dann erschrecken wir nicht und verlieren nicht den Kopf, sondern entdecken: Das ist ja genau so wie bei Abraham oder David oder den Propheten oder eben mit Jesus.

Wenn man das so ein paar mal im Leben in entscheidenden Situationen erlebt hat, dann ist es nicht schwer, den Entschluss zu fassen, das Leben überhaupt nur noch aus der biblischen Perspektive zu sehen. Auch dann und an den Stellen, wo wir keine entsprechende Lebenserfahrung haben und sie uns unwahrscheinlich vorkommt!

 

Der Tag des Herrn, wie ein Dieb in der Nacht, so plötzlich und unvermutet?

 

Beim Erntedankfest am 6. Oktober haben wir es vorgespielt: das Gleichnis vom reichen Kornbauer, der sich sicher fühlt, weil er eine gute Ernte hatte, sicher für viele Jahre und in derselben Nacht fordert Gott sein Leben. Am Sonntag drauf fuhr ich in den Urlaub und als ich wiederkam, hörte ich, dass jemand aus unserer Gemeinde im Sterben liege. Ich wollte nachmittags ins Krankenhaus, aber erhielt den Anruf, es gehe ihm schon wieder viel besser. Da ich das schon öfter mit jenem Menschen erlebt hatte, blieb ich zu Hause. Am nächsten Tag war er tot. In der Nacht gestorben. Keiner hatte damit gerechnet, auch die Ärzte nicht.

Der Tag des Herrn – plötzlich stehen wir vor ihm – er vor uns. Leben wir mit ihm, sterben wir auch mit ihm. Dann wissen wir, wohin wir gehen und was uns erwartet, Dann erschrecken wir nicht, sondern bleiben nüchtern. Dann haben wir keine Angst, denn wir wissen: Wir sind Kinder des Lichts. Wir bleiben im Licht, denn selbst im Tod und im Sterben leben wir mit Christus. Denn er ist der Auferstandene und wir haben in diesem Leben mit ihm gelebt, so werden wir es auch im Sterben tun: mit ihm leben. Es gibt keine Finsternis mehr, keine Angst vor der Welt und dem Leben. Er ist uns nahe! Wir schauen die Welt mit seinen Augen, denn mit ihm sind wir im Gespräch. Jeden Tag! Wie sieht er unsere Welt? Wie sieht er unser Leben?

Wo es darum geht, immer höher, immer schneller, immer billiger, immer reicher zu werden/ zu sein, da wendet er sich ab: „Turmbau zu Babel. Wenn Ihr denkt, das bedeute Sicherheit und sei Euer Friede, dann hütet Euch vor dem plötzlichen Verderben. Es wird daherkommen, woher ihr es am wenigsten erwartet und Ihr werdet nicht entfliehen können.“

Das hat jede Generation von Menschen wieder neu zu lernen und zu erfahren. Es reicht nicht, dass Eltern oder Großeltern es erlebt haben und es den Jüngeren nun erzählen. Das ABC des Lebens muss jede Generation wieder neu lernen. Jeder neue Mensch fängt wieder von vorn an, wie er essen und trinken, lesen und rechnen lernen muss.

Gut ist es, wenn die Geschichten der Bibel sich fest einprägen, dann wird das Leben zu verstehen sein und werden keine falschen Ziele gesetzt. Dann werden wir vom Leben nicht nur Wohlergehen erwarten, sondern mit Jesus auf der Wanderschaft sein. Widerspruch, Feindschaft, Spott – das wird dazu gehören. Ein Abenteuer wird es sein. Vielen, vielen verschiedenen Menschen werden wir begegnen und viele Schwestern und Brüder haben. Gemeinschaft werden wir erleben und Enttäuschung, Alleingelassen werden.

Und doch werden wir nie ganz allein sein, denn einer wird immer bei uns sein. Er selbst: Jesus.

Mit ihm werden wir reden, mehr als mit allen anderen, denn ihm vertrauen wir. Liebe hat er in unsere Welt gebracht und in unser Herz. Wir schlagen die Zeitung auf und fragen uns, was los ist in dieser Welt – Krise, Krisen, wohin man schaut, Gewalt und Opfer, Drohung mit Krieg.

 

Noch immer fühlen sich die Führenden, scheint's, so sicher auf ihrem Weg, der „Fortschritt“ heißt. Das scheint so klar, so unangefochten Allgemeingut zu sein: Mit unserer Menschheit geht es immer mehr bergauf. Wissenschaft und Technik machen es möglich. So ist es, seit es begonnen hat in der leuchtenden Zeit der Aufklärung und wir das finstere Mittelalter verlassen haben. Es kommt nur darauf an, diesen Fortschritt auch zu nutzen und mitzuhalten beim Fortschritt, mitzubauen am Turm zu Babel, möchte ich sagen.

 

Nein, liebe Gemeinde, darauf kommt es nicht an, sondern darauf, dass jeder Einzelne von uns ans Ziel gelangt – zu Jesus Christus. Und wir, die wir ihn von Jugend an kennen, dass wir ihm treu bleiben und unser Ziel nicht aus den Augen verlieren! Ja unser Weg hier führt zum Grab, aber nur scheinbar, denn er ist bei uns. ER lässt uns nicht allein, ER, der hinabgestiegen ist ins Reich der Toten. ER nimmt uns an der Hand und führt uns ins Reich des Lichts und der Liebe.


Und die anderen, die ihn noch nicht kennen oder nur sehr flüchtig? Werden sie ihn noch entdecken? Erfahren? Das ist und bleibt bei den einen wie den anderen und mir selbst spannend bis zur letzten Minute. Darum lasst uns wachsam sein und auf seine Stimme hören. Amen

 

1Züricher Übersetzung

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Die meisten der hier auf dieser Webseite veröffentlichten Predigten habei ich in der Kirchengemeinde Berlin-Marzahn/Nord gehalten.  Darum hier auch noch meine letzte Predigt dort:

 Predigt im Silvestergottesdienst 2018 zum Abschied von der Gemeinde Marzahn/Nord,

- da frei von mir gehalten, nun nachträglich noch mal so aufgeschrieben, wie ich es habe sagen wollen -

 

über Johannes 8,31-36:

Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten:Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“

 Da antworteten sie ihm: „Wir sind Abrahams Nachkommen und sind niemals jemandes Knecht gewesen.  Wie sprichst du dann: Ihr sollt frei werden?“

 Jesus antwortete ihnen und sprach: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“


Liebe Gemeinde,

schon dreimal hatte ich über diese Sätze hier Silvester zu predigen, über diese Worte, die so gar nicht zu einer Silvesterfeier zu passen scheinen. Heute am Ende meines Dienstes möchte ich darauf zurückblicken.
1994 war es das erste Mal. Ich habe über Freiheit nachgedacht. Unsere Kinder waren noch in der Grundschule und ich hatte die Erfahrung, wie es ist, Rechtschreibung zu üben. Es gibt Regeln, die man sich einprägen muss, man hat nicht die Freiheit, das einfach anders zu machen.Ein falsch geschriebenes Wort wird immer und immer wiederholt, bis es sich eingeprägt hat. So hieß es: „Übung macht den Meister.“ Dann aber passiert es beim Schreiben, dass man etwas, was bisher immer richtig war, auf einmal verkehrt geschrieben wird. Das sah ich als Bild, wie es uns im neuen Jahr möglicherweise ergehen wird: Wir nehmen uns vor, es nun besser und richtig zu machen, aber wir werden neue Fehler machen, die uns bisher nicht passiert sind. Regeln sind wichtig für das Miteinander, wenn wir gut miteinander auskommen wollen. Jesus ist ein geduldiger Lehrer, der uns, seinen Schülern, zutraut, sie zu lernen und dadurch frei zu sein und Mut zu haben, für die neue Übungsrunde, die das neue Jahr für uns bedeutet.

 Unsere für die Predigt vorgeschlagenen Texte wiederholen sich alle 6 Jahre. Im Jahr 2000 war ich aber nicht dran, den Gottesdienst zu halten, wohl aber 1999. An diesen Abend erinnere ich mich noch sehr gut. Von jungen Männern, die wir eine Zeit lang hier aufgenommen hatten, hatte ich schon ein paar Jahre vorher gehört, dass an diesem Abend in Rio de Janeiro die größte Silvesterparty der Welt stattfinden würde, um das Jahr 2000 zu begrüßen. Die katholische Kirche hatte ein Heiliges Jahr ausgerufen. So war ich auf die Idee gekommen, das Jahr hier in Marzahn in ökumenischer Gemeinschaft zu begehen. Wir haben das Fest Mariä Empfängnis gemeinsam in großer Runde in der katholischen Kirche im Gemeindesaal gefeiert. Beim gemeinsamen Johannisfeuer, der Feier des 2000. Geburtstages Johannes des Täufers in der Maratstraße, waren wir dann schon weniger. Für die Adventszeit hatten wir uns vorgenommen, wie in der Anfangszeit unserer Gemeinden uns gegenseitig in die Familien einzuladen. Ganze zwei Einladungen kamen zustande, die dann auch noch kurz vorher abgesagt wurden. Silvester wollten die meisten zur großen Feier am Brandenburger Tor. Mein Anliegen war, dass unser Gemeindezentrum an diesem Abend offen sei und Licht aus den Fenstern leuchte. Wir luden ein zu gemeinsamen Gebet und Gesang und waren ganze zwei hier: ich und ein Alkoholkranker, der an diesem Abend aber nüchtern war und die Orgel spielte, während ich hier vorn Kerzen anzündete und gebetet habe. Draußen war so ein Nebel, dass man die Hand kaum vor Augen sehen konnte. So konnte auch keiner, der eventuell doch hier vorbei gekommen ist, sehen, dass hier drinnen eine Andacht stattfand.

Nun, nach 18 Jahren naht sich bald das Jahr, in dem wir 2000 Jahre Gedenken an Jesu letztes Abendmahl , seine Kreuzigung, seine Auferstehung, Himmelfahrt und die Gründung der ersten Gemeinde zu Pfingsten gedenken können. Ob es im Jahr 2030, wie in unserem Kalender angenommen, oder im Jahr 2033 zu feiern ist, darüber diskutieren noch die Gelehrten. Ich denke, wir können angesichts der Größe dieses Ereignisses auch vier Jahre lang in ökumenischer Gemeinschaft feiern.

2006, als ich wieder über diese Worte Jesu im Joahnnesevangelium zu predigen hatte, begann ich mit dem Rückblick auf Heiligabend. Da waren so viele hier und mancher sagte: „Na, dann bis zum nächsten Jahr wieder am Heiligen Abend.“ Jesus aber geht es um das Bleiben. Er will uns nicht nur äußere, sondern auch innere Freiheit, ermöglichen, das heißt auch die Freiheit von Zukunftsangst. 2007 stand die Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent an. Das war mit Ängsten verbunden, ob dann die Preise auch entsprechend steigen würden und man demnächst noch das Nötige bezahlen könne.

Im Jahr 2012 habe ich die Predigtgedanken von 1994 noch mal aufgenommen und über das Lernen nachgedacht. Jesus möchte, dass wir zu unseren Fehlern stehen: „Ja, ich habe etwas falsch gemacht und nur ich bin dafür verantwortlich. Niemand anderes.“ Er möchte, dass wir die Wahrheit anerkennen und uns die Last der Schuld abnehmen. Er sagt: „Sonst bleibst du der Sünde Knecht.“ Damit möchte er Lust machen, nicht mehr Knecht zu sein, sondern Sohn. „Denn ein Sohn bleibt im Haus des Vaters.“

Und nun 2018? Im Sommer anlässlich der Zeitreise habe ich mit Fritz Müller über die Sünde und die Bedeutung des Todes Jesu disputiert. Er wollte heute eigentlich hier sein, aber ich sehe ihn jetzt nicht.1 Am nächsten Sonntag wird er im Gottesdienst anlässlich des Epiphaniasfestes sein und zu seiner Ausstellung hier etwas sagen, in der die drei Könige auf dem Weg zur Krippe im Mittelpunkt stehen.

Meine Überzeugung ist, dass es Regeln geben muss und sie klar und deutlich benannt werden müssen. Deshalb haben wir im Jahr 2010 auch unser Höflichkeitsprojekt begonnen, weil so einfache Regeln des Miteinanders, dass man sich grüßt, wenn man sich kennt und begegnet, nicht mehr selbstverständlich waren. Es sind Regeln, die wir als Kinder schon lernen und ohne die das Leben zur Hölle wird, wenn wir uns nicht danach richten. Doch wenn wir Erwachsenen es meinen, nicht mehr nötig zu haben, uns daran zu halten, woher sollen es die Kinder lernen?

Nun haben wir heute ja keinen Mangel an Regeln und Gesetzen. Kurz vor Weihnachten hatten wir hier im Haus auf einmal eine Hygieneinspektion und daraufhin ein Merkblatt von 3 Seiten eng beschrieben mit den Regeln bekommen, die es einzuhalten gilt. Es war so viel, dass ich bis heute nicht die Nerven hatte, mir das alles durchzulesen. Regeln sind wichtig, aber es kommt auch auf das Maß an. Zu viele kann man sich nicht merken. Da braucht man dann Spezialisten, die nichts anderes zu tun haben, als auf ihre Einhaltung zu achten. So gibt es ja auch für jeden Fachbereich Spezialisten. Dort, wo viele Menschen sind, ist die Einhaltung von Hygienevorschriften natürlich wichtig.

Gott aber hat uns nur wenige Grundregeln gegeben: die zehn Gebote. Jesus hat sie noch einmal zusammengefasst und auf drei reduziert: „Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und allen deinen Kräften und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Gott zu lieben, den Nächsten zu lieben - und uns selbst lieben dürfen wir auch.

Dazu hat er uns die Vergebung ans Herz gelegt. „Wenn jemand dagegen verstößt, reicht es, dass ich ihm 7 mal vergebe?“ hatte Petrus Jesus gefragt und die Antwort bekommen: Nicht 7 mal, sondern 7 x 70 mal.“ Das heißt doch: immer.

Wir hören gleich den Solo-Gesang „Drei Könige wandern aus Morgenland, o wandere mit. Der Stern des Friedens erhelle dein Ziel, wenn Du suchst den Herrn – und fehlen Weihrauch, Myrrhe und Gold, schenke dein Herz dem Knäblein hold.“ 2 -
Wandere mit, der Stern des Friedens, der Stern der Gnade erhelle dein Ziel! – Wo von Gnade die Rede ist, da werden Regeln bestätigt. „Gnade vor Recht ergehen lassen“ ist ein Ausspruch, der das beschreibt. Regeln und Recht benötigen den Hinweis auf das, was folgt, wenn sie nicht eingehalten werden: eine Strafe / ein Nachteil, der motiviert, die Regeln ernst zu nehmen.

 

Gnade ist ein Erlass dieser Strafe, dieses Nachteils, von Seiten des unabhängigen Richters. Vergeben aber kann nur der Geschädigte, einmal der, dem dadurch ein Nachteil, ein Schmerz, ein Unheil zugefügt wurde und einmal der, der das Gesetz beschlossen und die Regel formuliert hat und darin nicht ernst genommen wurde, dessen Ansehen und Autorität also Schaden genommen hat.

So bitten wir Gott um Vergebung, wenn wir nun miteinander das Heilige Abendmahl feiern und hören, dass er unsere Regelverstöße nicht auf die leichte Schulter nimmt, nach dem Prinzip: „Ist schon gut, war nicht so schlimm, ist schon vergessen.“, sondern dass er es sich sehr viel hat kosten lassen: sein eigenes Leben, ja das Leben seines einzigen geliebten Kindes – und das ist noch viel mehr als das eigene Leben! Es ist die höchst denkbare Steigerungsform! Mit dieser bekräftigt er die Gültigkeit der Regeln, gegen die wir verstoßen haben.

Eins solche Gnade zu empfangen, wird unser Herz berühren und es öffnen für Jesus, dieses Kind, das „Knäblein hold“, diesen Mann aus Nazareth. Lasst uns ihm folgen. Amen.

1 Er war aber anwesend.

2 "Drei Könige wandern ins Morgenland" von Peter Cornelius