Jüngste Predigt

 

Hier finden Sie immer die zuletzt von mir abgeschriebene bzw. als Hördatei aufgenommene Predigt.

Die Predigt vom 5. August 2018 zum Thema "Das Wasser der Taufe und die Erbsünde" zu Johannes 4,1-14  hier als Hördatei.

 

 

 **********************

Da ich meine Predigten immer handschriftlich verfasse, ist die hier zu lesende, nicht die zuletzt gehaltene Predigt, sondern schon älter.

 

Predigt am 21. Januar 2018 über Offenbarung 1,9-18:

 

 

Ich, Johannes, euer Bruder und Gefährte in der Bedrängnis, der mit euch teilhat an der Herrschaft und mit euch in Jesus ausharrt, ich bin auf die Insel Patmos gekommen, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen. Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen und hörte in meinem Rücken eine mächtige Stimme wie von einer Posaune, die sprach: „Was du zu sehen bekommst, das schreibe in ein Buch und schicke es den sieben Gemeinden: nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamon, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia und nach Laodizea. Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die zu mir sprach. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, und inmitten der Leuchter eine Gestalt, einem Menschensohn gleich, gekleidet in ein Gewand, das bis zu den Füssen reichte, und um die Brust gegürtet mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar waren weiss wie weisse Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen, seine Füsse gleich Golderz, wie im Ofen geglüht, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser. Und in seiner Rechten hielt er sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Antlitz leuchtete, wie die Sonne strahlt in ihrer Kraft. Und als ich ihn sah, fiel ich wie tot zu seinen Füssen, und er legte seine Rechte auf mich und sprach: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige; ich war tot und siehe, ich lebe in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und des Totenreiches.“1

 

 

Liebe Gemeinde,

 

nicht als Superman wird Jesus Christus hier beschrieben, sondern mit Worten, die sonst in der heiligen Schrift für Gott selbst verwendet werden. So lesen wir beim Propheten Jesaja (44,6-8): „So spricht der Herr, der König Israels und sein Erlöser, der Herr der Heerscharen: Ich bin der Erste und der Letzte, und außer mir ist kein Gott. Wer ist wie ich ? Er trete auf und rufe, tue es kund und lege es mir dar! Wer ließ von Urzeit an das Künftige hören? Was kommen wird, sie mögen es uns kundtun! Erschrecket nicht und fürchtet euch nicht! Habe ich´s euch nicht längst schon gemeldet und kundgetan? Und ihr seit meine Zeugen! Ist ein Gott außer mir? Ist ein Fels? Ich weiß keinen.“

 

 

„Ich bin der Erste.“ - sagt er ! Wer von Euch möchte auch gerne der Erste sein? Vielleicht jeder von uns – zumindest wenn es um einen Lottogewinn geht. Aber wenn es um den Ersten in einer Klasse geht, möchte sicher schon nicht jeder von uns dies sein. Man will ja schließlich nicht als Streber gelten. Besser ist es, sich im Mittelfeld aufzuhalten, nicht zu gut und nicht zu schlecht zu sein, da findet man die meisten Freunde. Wenn es aber um den Ersten geht, der z. B. in einer Versammlung es wagt, die kritischen, heiklen Punkte anzusprechen und die anderen damit aus ihre Ruhe und Gleichgültigkeit herauszureißen und zu stören, dann sehnt sich vielleicht keiner von uns nach so einer Aufgabe. Und doch ist das immer wieder nötig.

 

Der erste, der etwas wagt, was andere sich nicht trauen oder nicht können, der geht ein hohes Risiko ein. Er weiß nicht, ob die anderen folgen werden. Er kann nur darauf hoffen, das sein Vorbild andere dazu führt. Aber wie oft müssen diese Ersten dann nicht auch erleben, das sie allein gelassen werden – aus Angst, aus Bequemlichkeit oder einfach aus Müdigkeit – wie es Jesus mit seinen Jüngern im Garten Gethsemane kurz vor seiner Verhaftung erging. Erst heißt es : Ja Ja, aber wenn es dann soweit ist und drauf ankommt, ist keiner zu sehen.

 

Wer bereit ist, ein Erster zu sein, geht das Risiko ein, einsam zu werden, allein gelassen zu werden, ja verspottet zu werden. Da ist es gut zu wissen, wir brauchen nicht Erste zu sein. Es gibt jemand, der der Erste ist. Wir brauchen nicht neue, unbekannte Wege auszuprobieren. Es ist schon einer vorn weggegangen. Wir kennen das Risiko, das uns erwartet, die Gefahren, die Versuchungen. Wir können uns darauf einstellen. Wir brauchen nur den Ersten zu folgen – zusammen mit anderen geschützt durch ihre Gemeinschaft.

 

Gott sagt aber auch : „Ich bin der Letzte.“ Wer will schon der letzte sein? Der Sitzenbleiber? Der, der das Licht ausknipst und dann durch die dunklen Räume / Gänge zurück geht und die Tür abschließt, den letzten Dreck zusammenfegt, den die anderen liegen gelassen haben, aufräumt, was für die meisten mühselig war. Nur schnell weg, los, so schön es auch war, aber ich möchte nicht der Letzte sein. „Den Letzten beißen die Hunde,“ sagt das Sprichwort nicht umsonst. „Ich bin der Letzte,“ sagt Gott. „Nach mir wird keiner mehr kommen. Ich übernehme die Verantwortung, das alles seine Ordnung hat, und gebe denen, die vor mir gehen, das Gefühl der Sicherheit. Nicht dunkle Gestalten gehen hinter ihnen. Ich gebe ihnen Rückendeckung Ihr könnt unbesorgt euren Weg gehen. Ihr seit nicht die Letzten. Ich bin es. Ich schließe zu.“ „Ich habe die Schlüssel“, sagt Jesus in der Offenbarung. Aber was für Schlüssel sind das? Die Schlüssel des Todes und der Hölle. Wozu hat er sie? Um die Türen aufzuschließen, damit wir hineinkommen?

 

Nein. Er, der von sich sagt: „Ich war tot und siehe ich bin lebendig in alle Ewigkeit“, sagt dies nicht, um uns zu drohen, um jemanden einzuschließen und einzusperren im Tode und in der Hölle, sondern um denen, die da schon sind, die Tür zu öffnen, damit sie heraus können und auch wie er sprechen können: „Ich war tot und siehe ich bin lebendig in alle Ewigkeit.“ Er aber, Christus, sagt: „Ich bin der Letzte. Ich habe die Schlüssel! Ich schließe auch diese Tür, die letzte Tür zu. Nun ist alles in Ordnung. Alle sind in Sicherheit. Ich kann auch diese letzte Kammer des menschlichen Lebens verschließen, damit sie nun für immer zu bleibt. Ich bin der Letzte und stehe damit dafür ein, dass alle andern schon voraus gegangen sind und keiner aus Versehen vergessen wurde und jetzt noch in dieser letzten Kammer eingeschlossen ist und am Ende nun dort vergeblich um Hilfe ruft. Ich bin der Letzte. Ich garantiere damit dafür, das keiner mehr hinter mir ist und vergessen und zurückgelassen wurde.“

 

Wie kann aber jemand sagen, er sei der Erste und der Letzte? Gleichzeitig kann dies von uns keiner sein. Beides zur gleichen Zeit kann nur Gott für uns sein. Er, der von sich sagen kann,“ Wer ist wie ich ? Wer anders als ich ließ von Urzeit an das Künftige hören?... Haben ich es euch nicht schon längst gesagt, was sein wird. Ihr seit meine Zeugen.“

 

Auch wir können dafür Zeugen sein, wenn wir dabei nicht an jeden Kleinigkeit unseres täglichen Lebens denken, wenn wir das Unwesentliche beiseite lassen und uns auf das wirklich Wichtige im Leben konzentrieren. Wer war Jesus aus Nazareth? Ein bedeutender Mensch? Ein Revolutionär im Palästina des 1. Jahrhunderts? Ein Humanist? Ein Vorbild? Ein gescheiterter Idealist? Ein Religionsstifter?

 

Uns wird heute gesagt: Er war es, von dem die Propheten schon Jahrhunderte vor ihm geredet haben, zum Beispiel der Prophet Ezechiel, der eine Vision hatte, in der er sah, dass die Herrlichkeit des Gottes Israels auf der Schwelle des Tempels einen Mann rief, der mit Linnen gekleidet war und Schreibzeug an der Seite hatte und zu ihm sprach: „Gehe mitten durch die Stadt durch Jerusalem und zeichne ein Kreuz auf die Stirn derer die seufzen und stöhnen ob all der Gräuel, die in der Stadt geschehen.“ 2

 

Wer schaut auf das Wesentliche? Wer fragt, wie Recht und Gerechtigkeit gegenüber den Armen, Schwachen, Hilflosen, Vergessenen und Zurückgelassenen gelebt werden? Wer hört darauf, dass der Prophet Daniel in einer Vision einen Hochbegabten sah? „Sein Gewand war weiß wie Schnee und sein Haar rein wie Wolle. Sein Thron war eine lodernde Flamme. Dann sah Daniel, wie mit den Wolken des Himmels jemand kam, der einem Menschensohn glich und vor den Hochbetagten geführt wurde und dem dann Macht verliehen wurde, und Ehre und Reich, dass die Völker aller Nationen und Zungen ihm dienten.3 Und von seiner Macht heißt es dann, sie eine ewige Macht ist, die niemals vergeht und das sein Reich nie zerstört wird.

 

 

Was Daniel einst sah, davon redete Jesus und in den Evangelien. Da ist es für uns nachlesbar: Vom Menschensohn, der kommen wird auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit und vom Vater, der allein nur den Zeitpunkt weiß.4 Wie Daniel, wie Ezechiel spricht er von zweien: von Gott selbst und von einem, der einem Menschen gleicht. Und jedem, der es hört ist ganz klar: Mit dem Menschensohn meint Jesus sich selbst, wenn er davon spricht. Nun aber – in dem was Johannes in seiner Vision sah, sind da nicht mehr zwei, da ist nur noch einer. Und dieser eine redet wie der Gott selbst beim Propheten Jesaja: „Ich bin der Erste und der Letzte. Fürchte dich nicht!“

 

Amen.

 

 

 

Fürbittengebet

 

Herr Jesus Christus, dank sei dir, dass Du uns am geöffneten Himmel zeigst, was Leben sein kann, dass Du uns einen Weg zeigst und eine Hoffnung schenkst, die weit über das hinausgehen, was die Welt uns bieten kann.

 

 

Herr, wir danken Dir, dass wir hier bleiben dürfen, jeder an dem Ort, an den Du uns hingestellt hast, weil er durch Deine Gegenwart geheiligt ist. Kein Ort dieser Welt ist Dir zu dunkel, o Herr. Durch Deine Gegenwart wird er licht und rein.

 

 

Wir danken dir, für die Gemeinschaft, die wir durch dich haben dürfen mit Menschen, die oft so ganz anders sind wie wir, mit Menschen so unterschiedlicher Gaben und Wünsche, mit Menschen aller Völker. Wie reich sind wir dadurch! Wie viel Freude erleben wir! Oh, das wir diese Freude teilen könnten mit noch viel mehr Menschen hier in unserer Umgebung.

 

 

Licht, dass in der Finsternis scheint, weise und den Weg, verjage unsere Ängste und Befürchtungen, mach unsere Augen licht und froh, erwärme unsere Herzen und gib uns Hoffnung und Mut.

 

Du, der Erste, lass jene spüren, die Macht und Einfluss haben, dass Du es bist, der der Erste ist. Hilf, uns vor Dir zu beugen. Dir zu danken für das, was durch unsere Hände gelang, und dich anzuflehen für alles, was durch uns an Unheil geschah. Erbarme Dich!

 

 

Du, der Du Dich zu den Letzten stellst, zu denen, die im Kampf ums Überleben verlieren, gebrauche die Schlüssel, die du hast, und gib uns die Hoffnung, die wieder Tod noch Hölle fürchten lässt. Amen.

 

 

 

 

 

1Nach der Züricher Übersetzung

 

2Ezechiel 9,2ff

 

3Daniel 7,14f

 

4 Matth. 24.31

 

 

nach oben